Harmlose Umarmung "schwere Sünde": Pakistanische Ministerin fürchtet um Leben!

Politikerin drückte Fallschirmlehrer nach dem Sprung Moschee fordert Bestrafung von Nilofar Bakhtiar

Harmlose Umarmung "schwere Sünde": Pakistanische Ministerin fürchtet um Leben!

Es war wohl eine harmlose Umarmung, doch die könnte der pakistanischen Tourismusministerin ihr Leben kosten: Nach einem geglückten Fallschirmsprung zu Gunsten der pakistanischen Erdbebenopfer hat Nilofar Bakhtiar ihren französischen Lehrer umarmt. Geistliche der Roten Moschee in Islamabad bezichtigten sie nun einer schweren Sünde, und seitdem fürchtet sie um ihr Leben, wie die pakistanische Nachrichtenagentur APP berichtete. Nach dem Sprung ging ein Bild durch die Medien, dass die "schwere Sünde" dokumentiert.

Bakhtiar schilderte einem Parlamentsausschuss ihre Furcht vor einem Attentat. Sie habe deshalb ihren persönlichen Schutz verstärkt. Laut APP verwies sie auf die Ermordung der Sozialministerin der Provinz Punjab, Zil-e-Huma Usman. Sie wurde im Februar von einem Mann mit der Begründung erschossen, Frauen sollten keine hohen Staatsämter bekleiden. Der Angreifer wurde inzwischen zum Tode verurteilt.

Die Geistlichen der Islamabader Moschee forderten die Entlassung von Bakhtiar als Ministerin und riefen ihre Familie auf, sie zu bestrafen. Außerdem müsse man sie dazu zwingen, sich öffentlich zu entschuldigen. Studenten einer mit der Moschee verbundenen Koranschule haben in der letzten Zeit mit einer teils gewaltsamen Kampagne gegen Musikgeschäfte und Bordelle von sich reden gemacht. Sie stehen in Opposition zur weltlichen Politik von Staatschef Pervez Musharraf. (apa/red)