Hans-Jörg Schimanek im Porträt: Von der FPÖ-Niederösterreich zum BZÖ-Wien

Ex-Landesparteichef zuletzt Bezirksrat in Floridsdorf

Hans-Jörg Schimanek im Porträt: Von der FPÖ-Niederösterreich zum BZÖ-Wien

Nachdem er lange Jahre für die FPÖ in Niederösterreich aktiv war, wird Hans-Jörg Schimanek (65) nun als BZÖ-Spitzenkandidat in die Wien-Wahl ziehen. Der ehemalige ORF-Journalist war bereits im Juni der FP-Abspaltung beigetreten. Seit dem Frühjahr 2001 ist er als Bezirksrat in Floridsdorf tätig. Bis zu seinem Parteiausschluss im vergangenen Mai war er zugleich FP-Gemeinderat im niederösterreichischen Langenlois.

Bisheriger Karrierehöhepunkt des am 23. März 1940 in Wien geborenen Schimanek war der Posten des FPÖ-Landesobmannes in Niederösterreich zwischen 1998 und 2000. Zuvor war Schimanek von Mai 1993 bis April 1999 Landesrat und danach bis Ende Juni 2000 Abgeordneter zum niederösterreichischen Landtag.

Der gebürtige Wiener hatte zwischen 1977 und 2000 seien Hauptwohnsitz im Langenlois (Bezirk Krems). Von 1970 bis 1989 war der spätere FPÖ-Politiker Mitglied der SPÖ, ehe er in Langenlois die unabhängige Bürgerliste OPAL gründete, mit der er bei der Gemeinderatswahl auf Anhieb fünf Mandate errang und Umwelt-Stadtrat wurde.

Dieses Amt legte er aber im Februar 1992 im Zusammenhang mit dem Vorwurf der nationalsozialistischen Wiederbetätigung gegen seinen Sohn Hans Jörg jun. zurück. Dieser wurde im März 1995 von einem Wiener Schwurgericht wegen dieses Tatbestands zunächst zu 15 Jahren Haft verurteilt. Schimanek jun. hatte als niederösterreichischer "Gaubeauftragter" der Neonazi-Gruppe "Volkstreue Außerparlamentarische Opposition" (VAPO) fungiert und als "Kameradschaftsführer" in Langenlois rund 100 "Wehrsportübungen" organisiert. Schimanek sen., der damals von einem "eindeutigen Fehlurteil" sprach, ist verheiratet und Vater eines weiteren Sohnes, Rene.

Vor seinem Übertritt zum BZÖ hatte Schimanek im März 2005 bei den Gemeinderatswahlen in NÖ mit seiner Liste FPÖ-OPAL in Langenlois entgegen dem Landestrend nochmals ein Plus von 6,37 Prozentpunkten auf 21,61 Prozent verzeichnet. Im Zuge der Parteispaltung wurde Schimanek aber im Mai 2005 aus der FPÖ ausgeschlossen und legte sein Gemeinderatsmandat in Langenlois nieder.

Seine journalistische Karriere begann der BZÖ-Spitzenkandidat 1959 bei der Salzburger Volkszeitung. Es folgte die österreichische Neue Tageszeitung zwischen 1961 und 1964, die Sportredaktion des ORF-Hörfunks von 1964 bis 1967 und der Aktuelle-Dienst des ORF bis 1977. Ab 1977 betreute er die Sendung "Argumente" für die er gemeinsam mit seinem Team 1990 den Konrad Lorenz-Preis erhielt. (apa)