Hannes Kartnig von

Urteil: Fünf Jahre Haft!

Zusätzlich 6,637 Millionen Euro Geldstrafe. Auch Schilcher und Ex-Sekretär müssen zahlen.

Hannes Kartnig - Urteil: Fünf Jahre Haft! © Bild: APA/Leodolter

Hannes Kartnig ist am Freitag im Straflandesgericht Graz zu fünf Jahren unbedingter Haft und einer Geldstrafe von 6,637 Millionen Euro verurteilt worden. Der frühere Präsident des Fußball-Clubs Sturm Graz wurde der grob fahrlässigen Beeinträchtigung von Gläubigerinteressen, des schweren Betrugs und der Steuerhinterziehung für schuldig befunden.

Der ebenfalls angeklagte Ex-Sekretär des Vereins wurde wegen Beitrag zur Steuerhinterziehung zu einer Geldstrafe von 2,327 Mio. verurteilt. Sollte er nicht zahlen, muss er eine vorerst bedingte Freiheitsstrafe von acht Monaten antreten. Der ehemalige Sturm-Sportdirektor Heinz Schilcher erhielt wegen Steuerhinterziehung eine unbedingte Geldstrafe in Höhe von 1,895 Mio. Euro. Die Urteile sind nicht rechtskräftig.

Neben den drei Hauptbeteiligten wurden die fünf ehemaligen Vorstandsmitglieder zu unbedingten Geldstrafen zwischen 1,3 Mio. und 3,8 Mio. Euro verurteilt, außerdem wurden bedingte Haftstafen zwischen sechs und zwölf Monaten verhängt.

Kartnig schweigt
Nach der Urteilsverkündung zeigte sich Hannes Kartnig ungewöhnlich schweigsam und wollte keinen Kommentar abgeben. Die beiden Verteidiger des 60-Jährigen sowie auch der Staatsanwalt legten Nichtigkeitsbeschwerde und Berufung ein. Die sieben anderen Angeklagten baten um drei Tage Bedenkzeit.

Mehr als drei Stunden lang verlautbarte Richter Karl Buchgraber das Urteil und die Begründung. Er sprach noch einmal zusammenfassend alle wesentlichen Prozess-Schwerpunkte an, während sich die Reihen der Zuschauer lichteten. Kartnig folgte den Ausführungen des Vorsitzenden wortlos und mit steinerner Miene. Auch seine Frau Claudia, die erstmals dem Prozess als Zuschauerin im Saal folgte, wollte sich gegenüber der APA nicht äußern.

Verteidiger geben nicht auf
Während Kartnig ohne Kommentar das Gericht verließ, äußerten sich seine Verteidiger Richard Soyer und Michael Pacher zum Urteil. Soyer meinte, dass die Strafe in der Härte völlig untypisch sei und wohl ein Exempel statuieren sollte: "Wir sind noch nicht am Ende des Abends angelangt." Ähnliche Worte fand auch Pacher: "Die Steuerfragen sind vom Finanzamt bisher nicht beantwortet. Das Urteil ist völlig unbefriedigend und kann so nicht rechtskräftig werden. In Marathonsprache sind wir nun bei Kilometer 38 angekommen und das bei gutem Puls."

42 Verhandlungstage hatte es gebraucht, bis es in dem Verfahren rund um den Bundesligisten Sturm Graz zu einem Urteil gekommen ist. Der Schöffensenat hatte sich mehr als elf Monate lang zahlreiche Zeugen, Gutachter und immer wieder die Verteidiger angehört.

Drahtzieher Kartnig?
Hauptangeklagter war Hannes Kartnig, der laut Staatsanwalt nicht nur die Steuerhinterziehung begangen sondern auch bei den Schwarzeinnahmen und -zahlungen der Drahtzieher gewesen sein soll, war zu Beginn des Verfahrens noch guter Dinge gewesen. Zur Steuerhinterziehung war er immer geständig, "aber ich habe keinen Betrug gemacht", wie er immer wieder lautstark betonte.

Der ehemalige Sturm-Sekretär hatte Kartnig belastet und angegeben, der damalige Präsident habe angeordnet, Eintrittskarten schwarz zu verkaufen. Dadurch wurden sowohl die Bundesliga als auch der steirische Fußballverband geschädigt, da sie durch die falsche Abrechnung weniger an Abgaben für die einzelnen Spiele erhielten. Doch Kartnig hatte seinerseits die Schuld auf den Sekretär geschoben und gemeint, dieser habe dieses System installiert, er habe es nur weitergeführt.

Funktionäre als Mitwisser
Den angeklagten ehemaligen Funktionären wurde vorgeworfen, von den Schwarzzahlungen an die Spieler gewusst und nicht rechtzeitig die Zahlungsunfähigkeit des Vereins erkannt zu haben. Ex-Sportdirektor Heinz Schilcher musste sich verantworten, weil er für die Aushandlung der Veträge mit den Fußballern - inklusive Sonderzahlungen, die an der Finanz vorbei getätigt wurden - verantwortlich gemacht wurde.

Der Konkurs des Fußballvereins erfolgte 2006, obwohl er bereits 2002 "objektiv errechenbar" gewesen wäre, so Gutachter Fritz Kleiner. Ein heiß umstrittenes Thema während des gesamten Prozesses war der tatsächliche oder fiktive Wert der Spieler. Es gebe dafür keine klaren Richtlinien, die Transferkosten seien keinesfalls mit stillen Reserven gleichzusetzen. "Das heißt nicht, dass der Spieler nichts wert ist, nur, dass das in einer Bilanz nicht dargestellt werden kann", so Kleiner dezidiert.

Alle Angeklagten wurden verurteilt
Doch alle Rechnungen und Berechnungen hatten ein Ende, als es am 42. Tag nach vierstündiger Beratung endlich zu einem Urteil durch den Schöffensenat kam. Verurteilt wurden alle acht Angeklagten, auch wenn einige immer wieder beteuert hatten, von den Schwarzzahlungen und Schwarzeinnahmen nichts gewusst zu haben.

"Für die Beitragstäter genügt es, dass sie die Tat des Haupttäters kennen, was von den Vorstandsmitgliedern angenommen werden muss", begründete Richter Karl Buchgraber die Verurteilungen. Kartnig habe "einen Personalaufwand getrieben, der in keinem Verhältnis zur wirtschaftlichen Lage des Vereins gestanden ist", führte der Richter weiter aus.

Das Urteil ist nicht rechtskräftig.

Kommentare

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erschreckend Das Urteil ist zu Hart! Er wollte dem Fußball etwas gutes tun und hat sich dabei zu tricksereien verleiten lassen. Das es nicht richtig war, sagt uns das Urteil, aber die höhe und das Strafmaß ist übertrieben. Ich kann mich erinnern das Totschläger bei entsprechender Milderung bei ähnlicher Haftstrafe ausgegangen, Geldstrafe nicht miteingerechnet.
Ich habe es schon einmal hier gepostet (als Wiener, kein SK Sturm Anhänger - mein Blut ist sicher Grün), Hannes Kartnig ist ein großer Fußballfreund, er hat Fehler gemacht, aber er ist kein typischer Verbrecher, kein Totschläger, kein Mörder! Schuldspruch Steuerhinterziehung ok, aber die Höhe ist einfach unrealistisch. Andere bringen im streit jemanden um und gehen für 2 oder 3 Jahre ins Gefängnis, Da fehlt das Feingefühl.

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Re: erschreckend 1. du solltest dich mal ins finanzstrafrecht einlesen !!

2. sportbegeisterung erlaubt keine gesetzeswidrigen handlungen oder ??
kann es sein dass fussball dumm macht ?!

huginator melden

die wahren verbrecher ohne den kartnig verteidigen zu wollen, ist es schwer vorstellbar, dass er eine linke nach der anderen dreht, und keiner aus der steirischen politik hat was gewusst? die haben ihn sogar mit viel geld gefördert! abgesehen davon ... im vergleich zur politsippe ist der kartnig ein kleines licht. und von den ganzen grassers usw sitzt keiner. ein gauner wird er schon sein, die wahren verbrecher in diesem land kriegen dafür orden verliehen.

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Re: die wahren verbrecher Ihm fehlte eindeutig eine Schwiegermutter, die sein Anlagetalent testen wollte;-))

wheeler1

Kartnig Auf Wiedersehen Herr Kartnig, in 5 Jahren und flach im Brieftaschl sehen wir uns wieder. Gemeindewohnung, Billa - Regalbetreuer, Golf Bj. 1986, 60jährige Bäuerin als Lebenspartnerin, falls überhaupt eine Frau einen Häfenbruder will. Kleinlaut, stumm, Fussball von der Tribüne im 5.Rang... ganz oben am "jucheee". Bier, Schweinsbratl von "Felix", aus der Dose. Ein paar Kilo weniger (schadet ihnen sicher nix), 15 Jahre alten Anzug. Gasthaus "zum Postler" mit Wiener Schnitzel statt Mastochsensteak, Brünnerstrassler statt Champagner, Smart Export im Hinterhof rauchen, wenn überhaupt - es eh unxund, eventuell auch Fahrschein der "Grazer Linien", keine Pressetermine mehr, Blitzlicht nur von den Radarfallen, "ich muss leider sofort kassieren,"-Sagern. Das alles wartet auf sie,Herr Negerant. jajaja

wheeler1

Kartnig und Politiker Da kann man schon erkennen wie die Volksseele kocht. Kartnig war ja immer ein Freund des Geldes und das hat er sich schon irgendwie verschafft... und wenn es nur ein Fussballklub war. Mit dem Rolls Royce protzen, mit seiner Villa, mit den Medien auf du und du, mit den Schwarzgeldern hantieren: "Geh zahl doch dem XY aus der Portokasse a paar Millionen".. musst es ja eh net versteuern.etc,etc.
In der (zweifelhaften) Welt der Fussballer den Zampano spielen, mit Geld und ergaunertem Gut protzen, Präpotenz zur Potenz an den Tag legen, von oben auf die anderen herunterschauen und, und und.. Heute ist Zahltag Herr Kartnig..und stecken sie sich a bisserl a Marie ein, dass Sie die Schulden zurückzahlen können. Noch was, Herr Kartnig,nehmens a paar Spielkarten für,n Häfen mit.Aber ehrlich bleiben.

Justiz Lieber Herr Kartnig , 5 Jahre sind kein Honigschlecken ,
daher Rate ich ihnen etwas Angina vorzutäuschen , vielleicht noch etwas Husten und dann so wie der Herr Edlinger mit einem Fussketterl vor dem Fernseher die Zeit zu geniessen .
So ist die Österreichische Justiz eben , Lebenslang für falschparker und Fussketterl für die Millionenbetrüger .
Also Jammern nicht vergessen .
Alles gute

PAstorPeitl melden

Gute Gesellschaft Sollte alles mit rechten Dingen zugehen, so sollte er sich, wenn man sich die momentane Regierung anschaut, demnächst in guter Gesellschaft befinden.

WIRKLICH BEDENKLICH!

Euer

Pastor Hans-Georg Peitl
Bundesobmann der
Freiheitlichen Christen Österreichs (FCÖ)
http://www.bedenklich.ar

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Re: Gute Gesellschaft Da haben sie wohl recht, aber ihre Gesinnungsgenossen - Hr Peitl - werden ihre gerechte Strafe auch nicht im Kloster absitzen.

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5 Jahre + € 6 Mio Bravo! Hoffentlich gibt es da nicht zu viel "bedingte" Anteile! Das wäre so ein Signal für Grasser & Co., die sich noch in der Unschuldsvermutung sonnen.

tdc7532 melden

Re: 5 Jahre %u20AC 6 Mio Da kann man dann auch gleich einen ex Kanzler Schüssel und Co (Pröll Erwin, und seinen Neffen) etc. wegen fahrlässiger Geldverschwendung einsperren.Aber bitte gleich bei 10 Jahren unbedingt anfangen und das in geschlossener Anstalt.

Das ganze Parlament bei vollbesetzung in einen Häfen umwandeln weil alle dort sind sowieso nur Verbrecher.

geri1960
geri1960 melden

Re: 5 Jahre %u20AC 6 Mio Sperrtsas ein de Gfraster und schmeists den Schlüssel weg !!!

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