Hangrutsch gefährdete Wohnanlage: 85 Hausbewohner mussten ihr Heim verlassen

Vorarlberg: Sperre wird noch Mittwoch aufgehoben Starkregen sorgte für Dauerstress bei der Feuerwehr

Hangrutsch gefährdete Wohnanlage: 85 Hausbewohner mussten ihr Heim verlassen © Bild: APA/Parigger

Jene 85 Bewohner einer durch einen Hangrutsch gefährdeten Wohnanlage in Lochau (Bezirk Bregenz) können voraussichtlich am Abend in ihre Wohnungen zurückkehren. Das erklärte der zuständige Landesrat Erich Schwärzler (V). Voraussetzung dafür sei aber, dass keine weiteren Regengüsse niedergingen. Nach den teils heftigen Niederschlägen am Dienstag im Norden Vorarlbergs mit zahlreichen Feuerwehreinsätzen liefen die Aufräumarbeiten auf Hochtouren.

Der Hang oberhalb der Wohnanlage "Neue Schanze" war am Dienstagvormittag in Bewegung geraten und drückte gegen die Bergseite der Siedlung. Als Sofortmaßnahme wurden Bäume gefällt, um den Druck zu reduzieren. Der Hang habe sich laut den geologischen Untersuchungen inzwischen stabilisiert, erklärte Schwärzler. Die Holzarbeiten und der Abtransport der Stämme per Hubschrauber würden im Laufe des Tages abgeschlossen. Die Bewohner wurden in einer Besprechung am Vormittag darüber informiert, dass sie nach derzeitigem Stand am Abend wieder in ihre Wohnungen dürfen. Lediglich zwei der 65 Wohnungen seien durch den Rutsch in Mitleidenschaft gezogen worden, so Schwärzler.

In den von den Unwettern betroffenen Gemeinden im Großraum Bregenz waren unterdessen die Aufräumarbeiten in vollem Gange. Eine Schätzung zur Höhe des entstandenen Schadens gebe es derzeit noch nicht, sagte Schwärzler. Man sei noch mit der Schadenserhebung beschäftigt. Die Mitarbeiter der Wildbach- und Lawinenverbauung begutachteten die Bach- und Flussläufe, um eventuelle Schäden aufzunehmen.

Die Meteorologen haben allerdings keine guten Nachrichten: Laut den Prognosen der ZAMG ist ab Donnerstagvormittag mit weiteren, teils kräftigen Regenfällen zu rechnen. Flächendeckend werden zwischen 30 und 50 Liter pro Quadratmeter erwartet, vereinzelt könnten aber auch Regenmengen von bis zu 80 Litern zusammenkommen. Ob die Niederschläge erneut das Bregenzer Gebiet treffen werden, lasse sich nicht vorhersagen, hieß es bei der ZAMG. Wo der Boden aber schon mit Wasser vollgesogen sei, könnte es durchaus erneut zu kritischen Situationen kommen.

(apa/red)