Handytarife immer undurchschaubarer: AK fordert Taktungsregel für Telefongespräche

Monatliche Kosten für Kunden nur schwer abschätzbar Sekundengenaue Abrechnung für mehr Transparenz

Handytarife immer undurchschaubarer: AK fordert Taktungsregel für Telefongespräche © Bild: Vodafone

Die Arbeiterkammer (AK) kritisiert die unterschiedliche Taktabrechnung bei Handytarifen. "Telefonkunden können bei den ohnehin schon unübersichtlichen Angeboten und uneinheitlichen Tariftakten die Preise nicht mehr vergleichen und die Monatskosten schwer abschätzen", bemerkte AK-Konsumentenschützer Harald Glatz in einer Pressemitteilung. Taktungsregeln sollten daher - wie bereits bei Mehrwertdiensten - durch eine Verordnung klar geregelt werden.

Konsumenten würden sich im Telefontarif-Dschungel nicht mehr zurecht finden, kritisiert die AK. Viele Mobilfunkanbieter hätten ihre Mindestverrechnungsdauer für Neukunden auf 60 statt 30 Sekunden umgestellt. Volle Transparenz würde eine sekundengenaue Abrechnung schaffen, weil sie Verbrauchern die exakten Kosten anzeige, so die AK. Um für Verbraucher "zumindest ein Mindestmaß an Transparenz" sicherzustellen, sollten Telefonate im Festnetz und im Mobilnetz keine ungünstigere Taktung als maximal 60 Sekunden aufweisen, fordert die AK. Dies sollte wie bei den Mehrwertdiensten per Verordnung geregelt werden.

Tele2UTA hatte zuletzt einen 8-Cent-Wertkartentarif auf den Markt gebracht, wo die ersten eineinhalb Minuten voll verrechnet werden - auch dann, wenn das Gespräch kürzer dauert. Danach wird pro Minute abgerechnet. Wer bei dieser 90/60-Sekundentaktung ein einstündiges Gespräch führt, zahlt laut AK 4,80 Euro. Führt man mehrere wesentlich kürzere Telefonate, schlage sich das Einzelgespräch mit zwölf Cent zu Buche und die Gesamtkosten würden dreimal so viel, nämlich 14,40 Euro, betragen, rechnet die AK vor. Im Festnetzbereich würden zwar einige Betreiber sekundengenau abrechnen, andere hingegen würden Mindestbeträge oder die erste Minute voll verrechnen, so die AK. (APA/red)