Handys nach wie vor auf der Überholspur:
Östereicher telefonieren 8 Stunden im Monat

Festnetz-Telefonie ist weiterhin im Absturz begriffen Erstmals mehr Handys als Österreicher verzeichnet

Handys nach wie vor auf der Überholspur:
Östereicher telefonieren 8 Stunden im Monat © Bild: Mobilkom

Die Österreicher hängen im Durchschnitt hängen schon knapp acht Stunden im Monat am Telefon oder am Handy, 5 Prozent länger als im Vergleichszeitraum des Vorjahres. Das geht aus einem neuen Telekom-Monitor hervor, den die Telekom-Regulierungsbehörde RTR in Zukunft jedes viertel Jahr erheben wird. Die gute Nachricht aus diesem Bericht, die Preise für Telefonieren sinken weiter.

Die Österreicher haben demnach im ersten Halbjahr durchschnittlich 1.400 Minuten oder fast 24 Stunden aktiv telefoniert. Zählt man die empfangen Anrufe dazu, müssen die tatsächlichen Telefonminuten in Österreich automatisch rund doppelt so hoch sein. Das Handy löst dabei im privaten Gebrauch immer mehr das Festnetz ab. Die Zahl der privaten Festnetz-Anschlüsse ist in den vergangenen zwei Jahren um 7,5 Prozent zurückgegangen. Die Gesprächsminuten am Handy sind in den vergangenen zwei Jahren um 31 Prozent gestiegen, jene im Festnetz dagegen um 12 Prozent gesunken. Die Umsätze im Mobilfunk sind im selben Zeitraum nämlich nur um 8 Prozent gestiegen, die Festnetz-Erlöse dagegen um 16 Prozent gesunken. Der Umsatzanteil des Festnetz an den Gesamteinnahmen der Telekom-Anbieter liegt mittlerweile bei unter 40 Prozent.

Mehr aktive Handys im Umlauf als Österreicher im Land
Binnen eines Jahres ist die so genannte SIM-Karten-Penetration von 100 auf 110 Prozent gestiegen. Ziehe man davon noch Greise und Säuglinge ab, ergebe sich daraus, dass bereits eine erhebliche Zahl von Österreichern zwei SIM-Karten besitze, sagte RTR-Geschäftsführer Georg Serentschy am Mittwoch bei der Präsentation des Berichts. Seiner Einschätzung nach wird der Trend zum Zweit-Handy - nicht zuletzt auch wegen der Datenkarten für mobiles Internet - weiter anhalten.

Neuer SMS-Boost
Auch die SMS-Flut, die 2004 schon stagniert hat, steigt mittlerweile wieder - von Mitte 2005 bis Mitte 2006 gleich um ein Viertel. Die RTR führt das vor allem auf neue Paket-Angebote zurück, die die Kunden dann offenbar auch ausschöpfen. Im ersten Halbjahr haben die Österreicher schon fast eine Million SMS-Kurzmitteilungen verschickt.

Betriebe reanimieren Festnetz
Gänzlich Geschichte ist das Festnetz aber noch nicht. "Geschäftskunden legen darauf immer noch Wert", sagte Serentschy. Die Zahl der Festnetz-Anschlüsse für Geschäftskunden ist in den vergangenen zwei Jahren sogar um 1,3 Prozent gestiegen - getrieben nicht zuletzt durch das Breitband-Internet. Derzeit verfügen nach Einschätzung der RTR bereits 95 Prozent der heimischen Betriebe über einen Breitband-Anschluss.

Breitband-Anschlüsse seit 2004 verdoppelt
Die Zahl der Breitband-Anschlüsse insgesamt hat sich seit Anfang 2004 auf 1,3 Millionen verdoppelt. Das entspricht 37 Prozent aller heimischen Haushalte. Österreich sei damit "international zurückgefallen, aber immer noch deutlich über dem EU-Durchschnitt", sagte Serentschy. Den Rückfall führt er vor allem auf die Stimmung in der Bevölkerung zurück. 51 Prozent der Österreicher hätten bei einer Eurobarometer-Befragung im Juli dieses Jahres angegeben, dass in ihrem Haushalt niemand einen Internet-Anschluss benötige. Der EU-Schnitt lag bei 43 Prozent. 24 Prozent der Österreicher halten demnach außerdem Breitband-Internet für zu teuer - für Serentschy ein Problem der Wahrnehmung. (apa/red)