Handy-Clip von Saddam-Exekution ist der Renner unter den schiitischen Jugendlichen

Downloadportale werden richiggehend überrannt Sogar Eltern zeigen die Todes-Bilder ihren Kindern

Nach der Hinrichtung des irakischen Ex-Präsidenten Saddam Hussein sind die Bilder von der Exekution eine attraktive Trophäe der schiitischen Jugend des Landes geworden. "Das ist das Schicksal von Tyrannen", ruft Saif Mohammed aus dem Bagdader Schiiten-Viertel Sadr City und zeigt stolz den top-aktuellen Handy-Clip auf seinem modernen Mobiltelefon. "Wir schicken die Bilder auf die Handys all unserer Freunde", ergänzt der Jugendliche.

Die Telefonläden in dem 2,5 Millionen Einwohner zählenden Schiitenviertel, in denen das Handy-Video für umgerechnet 30 Euro-Cent aus dem Internet heruntergeladen werden kann, werden von Interessenten überrannt.

Exekution mit Ton
Auch die schlechte Qualität der Aufnahme kann die große Nachfrage nach den Bildern nicht stoppen. Entscheidend ist, dass anders als in den vom irakischen Fernsehen ausgestrahlten Sequenzen auch die Exekution selbst zu sehen ist, und das mit Ton.

Eltern zeigen Clip ihren Kindern
So ist auf der Handy-Szene zu hören, wie in der Sekunde des Todes Saddam Husseins Gegner den Namen eines seiner größten schiitischen Widersacher, Mohammed Baker Sadr, skandierten, der 1999 durch dessen Schergen ermordet worden war. Auch Eltern schrecken nicht davor zurück, die Bilder ihren Kinder zu zeigen. "Es scheint, als hätten sie einen Strick benutzt, mit dem auch die Geheimpolizei Tausende Menschen getötet hat", sagt zufrieden ein Vater, dessen kleiner Sohn bei ihm auf dem Schoß sitzt und das Handy-Video anschaut. (APA/red)