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"Mit Siegen hat
Literatur nichts zu tun"

Peter Handke © Bild: Sebastian Reich

Seit dem Donnerstag der Wunder spricht die Welt vom österreichischen Nobelpreisträger Peter Handke. Nach einer schlaflosen und einer traumlosen Nacht stand er News für ein Telefonat zur Verfügung. "Ich erlebe es eigentlich friedlich", sagte er da. Und dass er es für ausgeschlossen gehalten habe, den Nobelpreis zu bekommen

Ihr Preis ist doch ein unglaubliches Hoffnungszeichen für die Literatur, die offenbar wieder im Mittelpunkt steht, nach dem außerliterarischen Denunziationsgeschrei. Die neue Schwedische Akademie scheint nicht dumm zu sein.
Die Leute, die mich jetzt angerufen haben, sagen alle: Endlich geht es wieder um die Literatur! Das ist bewegend auch im physikalischen Sinn. Manche sagen auch, das ist der Sieg der Literatur. Dann sage ich: Mit Siegen hat Literatur nichts zu tun.

Und dass sich nun ernstzunehmende Leute wie Slavoj Žižek und Salman Rushdie gegen Sie zu Wort melden? Letztgenannter hat Sie einen Trottel genannt.
Da hat er ja recht.

Diverse Politiker hatten auch ihre Einwände.
Naja, macht ja nichts. Das gehört ja alles dazu. Hauptsache, es ist geschehen. Mein Freund Adolf Haslinger (der verstorbene Salzburger Germanistik-Ordinarius, Anm.) hat mir immer, wenn ein Hund gebrüllt hat - und ich bin sehr empfindlich gegen Hundegebrüll -, gesagt: "Lass ihn doch, der muss das tun!" Dass nennt man amor fati, die Liebe zum Geschick.

Habe ich richtig beobachtet, dass Sie in den vergangenen Jahren weniger geschrieben haben? Hatten Sie sich zurückgezogen?
Nein, beim Schreiben muss man sich zurückziehen. Aber das Schreiben muss weitergehen, um Gottes willen! Das Entwerfen, Erzählen.

Das komplette Interview lesen Sie in der aktuellen Printausgabe von News (Nr. 42/2019)