Handelspartner: Südkorea drittwichtigster Exportmarkt von Österreich in Asien!

Wirtschaftsdelegation begleitet Fischer auf Reise

Die wirtschaftlichen Beziehungen werden ein wichtiges Thema beim Staatsbesuch von Bundespräsident Heinz Fischer in Südkorea sein. Das Land ist für die heimische Industrie nach China und Japan der drittwichtigste Exportmarkt in Asien. So besucht Fischer, den eine große Wirtschaftsdelegation begleitet, neben der Firma Samsung Electronics auch die Forschungsstadt Daedok-Innopolis sowie mehrere Wissenschafts- und Forschungsinstitute im Telekommunikations- und Elektronik-Bereich.

Nach Angaben der Wirtschaftskammer Österreich (WKO) haben die österreichischen Exporte nach Südkorea 2006 mit einem Exportzuwachs von 17,7 Prozent auf 554,4 Millionen Euro ein neues Rekordergebnis erzielt. Das Land ist mit einem bilateralen Handelsvolumen von 1,4 Mrd. Euro auch der viertgrößte Handelspartner Österreichs in Übersee nach den USA, China und Japan. Laut WKO verzeichneten österreichische Lieferungen nach Südkorea seit 1999 fast durchgehend zweistellige Zuwachsraten. Im Vorjahr stiegen auch die Einfuhren aus Südkorea um 2,8 Prozent auf den neuen Höchststand von 844,8 Mio. Euro. Das Defizit in der Außenhandelsbilanz verringerte sich von 351 Mio. Euro auf 290,4 Mio. Euro.

Als Hauptwachstumsfaktor für die südkoreanische Wirtschaft fungieren die nach wie vor boomenden Exporte. Im Vorjahr stiegen sie im Vergleich zu 2005 um 14,6 Prozent auf 325,9 Mrd. US-Dollar (rund 245 Mrd. Euro). Auch die Einfuhren nach Südkorea stiegen um 18,4 Prozent auf 309,3 Mrd. US-Dollar. Südkorea ist damit die elfte Wirtschaftsnation der Welt, die ein Jahresexportvolumen von mehr als 300 Mrd. US-Dollar erzielt hat. Die Exporte werden hauptsächlich von der Fahrzeug- und Schiffsindustrie sowie vom Informationstechnologie- und Elektroniksektor getragen.

Besserer Privatverbrauch
Neben den robusten Ausfuhren war auch ein besserer Privatverbrauch für das beschleunigte Wachstum der südkoreanischen Wirtschaft im vergangenen Jahr verantwortlich. Nach den Berechnungen der Zentralbank in Seoul legte das Bruttoinlandsprodukt (BIP) im gesamten Jahr 2006 um fünf Prozent zu, nach vier Prozent im Jahr 2005. Für das laufende Jahr erwartete die Bank of Korea für Asiens drittgrößte Volkswirtschaft ein BIP-Wachstum von 4,4 Prozent.

Laut WKO entfallen mehr als 70 Prozent der österreichischen Ausfuhren auf Maschinen, Anlagen für Produktionsbetriebe und hochwertige Halbfertigprodukte, auch Chemikalien gewinnen immer mehr an Bedeutung. So betreibt beispielsweise die oberösterreichische Carbon Projektentwicklung GmbH seit Jänner Treibhausgas-Reduktionsanlagen in Südkorea, die Firma VA Tech Hydro liefert elektromechanische Hauptkomponenten für ein Gezeitenkraftwerk und die Firma Doppelmayr hat in einem Freizeitpark insgesamt zehn neue Anlagen errichtet.

(apa/red)