Handel hofft auf Top-Weihnachts-Shopping:
Vor allem Spielzeug & Schmuck sind gefragt

Vom Boom verschont bleibt allerdings der Bauhandel Einkaufstrend geht weiterhin in Richtung Top-Qualität

Handel hofft auf Top-Weihnachts-Shopping:
Vor allem Spielzeug & Schmuck sind gefragt

Nicht nur der viele Schnee der vergangenen Tage lässt langsam Weihnachtsstimmung aufkommen. In den Einkaufsstraßen hängt schon die Weihnachtsbeleuchtung und auch die Christkindlmärkte werden schon aufgebaut. Mit besonders großen Erwartungen blickt der Einzelhandel in diesem Jahr auf das bevorstehende Weihnachtsgeschäft. Laut einer Studie von RegioPlan kann heuer mit einem Umsatzplus von knapp 3 Prozent gegenüber dem Vorjahr gerechnet werden.

Wenngleich einzelne Geschäfte bereits im September Weihnachtsartikel verkauft haben, so wird das eigentliche Weihnachtsgeschäft im Dezember gemacht. Insgesamt sind es laut Studie heuer rund 1,65 Mrd. Euro, die der Handel in dieser Zeit zusätzlich umsetzt. Zum Vergleich: Im Weihnachtsgeschäft 2006 lag der Umsatz mit rund 1,43 Mrd. Euro um 2 Prozent nominell über dem Niveau des Vorjahres.

Ohne Weihnachtsstimmung: Der Bauhandel
Weihnachten ist für die meisten Branchen von großer, für manche sogar von essenzieller wirtschaftlicher Bedeutung geworden. Die Branche, die zur Weihnachtszeit den höchsten Umsatzzuwachs verbucht, ist traditionell der Spielwarenhandel. Dank Christkindl & Co setzt er das Dreifache eines Durchschnittsmonats um. Aber auch der Uhren- und Schmuckhandel sowie der Buchhandel können vom Fest der Geschenke überdurchschnittlich profitieren. Im Baumarkt und Schuhhandel dagegen kommt zu Weihnachten kaum Goldgräberstimmung auf.

Teuer & chick ist in
Nach dem Motto "Weniger ist mehr" stellte RegioPlan in seiner Untersuchung fest, dass heuer beim Schenken der Trend wieder verstärkt in Richtung Qualität geht. "Teure und exklusive Geschenke sind wieder chic", sagte dazu Hanna Bomba-Wilhelmi von RegioPlan. Zudem setze sich der Trend zu Freizeitgeschenken wie Wellness-Wochenenden oder Kochseminaren weiter fort.

Einkaufszentren - und straßen im Glück
Wo das Christkind einkaufen geht, hängt nach wie vor davon ab, wie sehr eine Handelszone auf dessen Bedürfnisse eingeht. Gefragt sind eine große Auswahl, eine angenehme Einkaufsatmosphäre und ausreichend Parkmöglichkeit vor der Tür, so RegioPlan. Gute Einkaufszentren und überregional bedeutsame Einkaufsstraßen können daher vom Weihnachtsgeschäft besonders stark profitieren.

Die Top-Einkaufsstraßen sind in Wien die Innere Mariahilfer Straße und die Kärntner Straße, wo heuer ein Weihnachtsumsatz von schätzungsweise 42 bzw. 22 Mio. Euro erwartet wird sowie in Linz die Landstraße mit einem Umsatz von 20 Mio. Euro. Bei den Einkaufszentren führt die SCS mit einem Weihnachtsumsatz von 35 Mio. Euro vor der Linzer Plus City mit 22 Mio. Euro und dem Wiener Donauzentrum mit 20 Mio. Euro.

Auch gefragt: Shoppen im Ausland
Immer beliebter werden die österreichischen Shopping-Tempel und Einkaufsmeilen auch bei den östlichen Nachbarländern. "Shopping-Tourismus aus Osteuropa gerade zu Weihnachten ist zum stabilen Faktor im österreichischen Weihnachtsgeschäft geworden", erläuterte Bomba-Wilhelmi. Dies sei darauf zurückzuführen, dass der Ausverkauf in Österreich deutlich vor Weihnachten starte und die die Preisunterschiede im Abverkauf meist größer als im Heimatland seien.

Auch in der Wirtschaftskammer war man zuletzt sehr optimistisch, was das heurige Weihnachtsgeschäft betrifft. Handels-Obmann Erich Lemler rechnet damit, dass der heimische Handel heuer "real um mehr als 1 Prozent" zu Weihnachten zulegt. 2006 lag das reale Plus unter 1 Prozent. (APA/red)