Handel pokert wieder um mehr Geld: KV-Verhandlungen gehen in die nächste Runde

Positionen scheinen aber noch weit auseinander PLUS: Metaller holen 4 Prozent mehr Lohn heraus

Nach gut zwei Wochen Pause wurden die Kollektivvertragsverhandlungen für rund 512.000 Handelsangestellte und Beschäftigte in verwandten Berufen fortgesetzt. Die Verhandlungen wurden am 19. Oktober bei "gutem Klima" ohne Ergebnis unterbrochen. Obwohl die Positionen derzeit noch sehr weit auseinanderliegen, halten beide Verhandlungspartner einen Abschluss am Donnerstag für möglich. Gelingt dies nicht, wird am 15. und am 16. November weiter verhandelt.

Mittlerweile haben sich die Metaller auf eine KV-Erhöhung von rund 4 Prozent geeinigt. Traditionell hat der Metaller-Abschluss Signalwirkung für andere Branchen.

Während die Arbeitgeberseite für einen Abschluss deutlich unter jenem der Metaller plädiert, will die Gewerkschaft auch im Handel möglichst an das Metaller-Ergebnis herankommen. Verhandlungsleiter der Arbeitgeber ist Alois Wichtl, auf Arbeitnehmerseite ist Felix Hinterwirt, Leiter des Wirtschaftsbereiches Handel in der Gewerkschaft GPA, federführend bei den KV-Gesprächen dabei.

Der jüngste Abschluss der Metaller habe für den Handel keine Signalwirkung, betonten die Arbeitgeber. Beide Branchen seien miteinander nicht vergleichbar.

Die Arbeitnehmerseite begründet ihre Forderung in Richtung 4 Prozent KV-Erhöhung mit der guten Konjunktur. Zudem wollen die Mitarbeiter eine Abgeltung für die große Zahl an unbezahlten Überstunden im Handel. Die nicht abgegoltenen Überstunden im Handel entsprechen nach Gewerkschaftsangaben 2,5 bis 5 Prozent der gesamten Gehaltssumme, also rund 200 Mio. Euro.

Im Vorjahr hatten sich die Verhandler im Handel nach zähen mehrwöchigen Verhandlungen auf eine Anhebung der Löhne und Gehälter um 2,35 Prozent geeinigt. Die Einigung erfolgte erst in der Nacht auf den ersten Einkaufssamstag vor Weihnachten.

(apa/red)