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ÖHB-Team trauert bei "geiler WM"
einer größeren Überraschung nach

Bitteres Aus gegen Gastgeber Katar mindert die Freude über den Achtelfinal-Einzug

Österreich nach Aus gegen Katar © Bild: GEPA pictures/ Franz Pammer

Die WM in Katar dürfen Österreichs Handballer erhobenen Hauptes verlassen. Die Mission Achtelfinale wurde geschafft, einmal mehr untermauerten Viktor Szilagyi und Co. den Stellenwert, den man sich in den vergangenen Jahren erarbeitet hat. Dass die ÖHB-Truppe das historische Viertelfinale vor Augen am Sonntag Gastgeber Katar mit 27:29 denkbar knapp unterlag, schmerzte dann aber doch.

Besonders zwei Dinge beschäftigten die Mannschaft nach einer dramatischen Partie gegen die "Legionärstruppe" Katars, das es im Viertelfinale mit Deutschland zu tun bekommt: Zum einen die fragwürdigen Pfiffe der Unparteiischen zum Ende des Spiels, zum anderen die großen Einschussmöglichkeiten, die teilweise fahrlässig liegengelassen wurden.

Raul Santos im Zentrum der Kritik

"Wir haben leider zu viel hergeschenkt. Wir haben das Spiel ganz gut aufgezogen, und wir haben die Konterchancen gehabt", meinte Defensivspezialist Markus Wagesreiter. Vor allem Raul Santos, der gemeinsam mit Robert Weber (8 Tore gegen Katar) Österreichs sonst so zuverlässige Flügelzange bildet und Deutschlands Bundesliga-Torschützenliste anführt, blieb vieles schuldig. Der 22-Jährige verwertete von acht "Sitzern" nur zwei.

"Vielleicht wäre es anders gewesen, wenn wir zwei, drei Konter gemacht hätten", befand Goalie Nikola Marinovic. Von Schuldzuweisungen hielt der Routinier aber nichts: "Ich will niemandem einen Vorwurf machen." Vielmehr strich er die positiven Aspekte hervor. "Wir haben gezeigt, dass wir nicht umsonst im Achtelfinale sind. Ich bin von jedem einzelnen begeistert" stellte er fest - und schwieg auf die Frage nach der Schiedsrichterleistung: "Dazu sage ich nichts."

Ergebnis Handball Österreich-Katar
© GEPA pictures/ Franz Pammer Das 27:29 gegen Katar beendete die WM der Österreicher

Schiedsrichter bekommen ihr Fett ab

Kapitän Szilagyi, der am Sonntagabend seinen vielleicht letzten großen Auftritt mit der ÖHB-Auswahl hatte, nahm sehr wohl Stellung zu den Pfiffen des kroatischen Duos, das in Handballkreisen eigentlich einen tadellosen Ruf genießt. Gerade in der Schlussphase gingen die beiden mit Offensivfouls gegen Österreich sehr locker um.

"In der zweiten Hälfte konnten wir unser Spiel nicht mehr so spielen. Spieler, die viel 1:1 gehen wie Nikola Bilyk und Vitas Ziura haben da die Freiwürfe nicht mehr bekommen, sondern Offensivfouls. Da verliert man irgendwo den Mut", analysierte Szilagyi, musste aber auch den eigenen Anteil an der Niederlage eingestehen: "Da sind auch kleinere Unüberlegtheiten von uns dazugekommen."

Thomas Bauer erkennt eigene Schuld

Für Goalie Thomas Bauer, der als Wechselspieler in der zweiten Hälfte mehrere wichtige Paraden zeigte, war die Leistung des Duos lange Zeit gut. Ohnehin hatte man sich angesichts des Duells mit den Gastgebern schon vor der Partie darauf eingestellt, zumindest nicht bevorteilt zu werden. "Sie haben bis zur 55. Minute souverän und unaufgeregt gepfiffen. Vielleicht haben wir es ihnen in den letzten fünf Minuten aber auch schwer gemacht, mit unserer Hektik, mit unseren 1:1-Aktionen und dem Hingreifen gegen die Kreisspieler."

Dabei war die Stimmung in der 15.300er-Halle im Vergleich zu den Vorrundenpartien recht gut. Auch die "gekauften" spanischen Fans feuerten die Gastgeber einmal mehr mit Verve an. "Es ist schön, vor so einem Publikum zu spielen. An dem ist es heute sicher nicht gelegen", meinte Wagesreiter, sichtlich mitgenommen vom dramatischen Finish mit "falschem" Ausgang. "Das war definitiv eine Riesenchance, die wir hatten. Wir waren handballerisch, spielerisch die bessere Mannschaft."

"Haben eigentlich alles richtig gemacht"

Ähnlich sah es Szilagyi: "Es macht mich so traurig, weil wir heute eigentlich alles richtig gemacht haben", gab er zu Protokoll und sprach damit wohl seinem Coach Patrekur Johannesson aus dem Herzen. Der Isländer war nach der Partie zwar "enttäuscht", wollte seinen Spielern und speziell Santos aber "keinen Vorwurf machen". Ganz im Gegenteil: "Raul ist ein genialer Spieler, ich stehe immer hinter ihm. Wenn er gewisse Tore nicht gemacht hätte, wären wir vielleicht gar nicht ins Achtelfinale gekommen", betonte der 42-Jährige.

Daran hätte auch die Verfügbarkeit von Dominik Ascherbauer nichts geändert. Den Flügelspieler hatte Johannesson vor der Partie für Romas Kirveliavicius aus dem Kader getauscht. "Auch wenn Ascherbauer auf der Bank gesessen wäre, hätte ich mit Santos durchgespielt", sagte er.

Auch wenn er sich einen Seitenhieb gegen Katar nicht verkneifen konnte ("Die sind jetzt Favorit auf den Titel"), fiel sein WM-Resümee sehr positiv aus. "Diese Mannschaft ist so zusammengewachsen und agiert als Team - das macht mich stolz. Sie hat eine gute Zukunft vor sich", sagte der Trainer. Ins selbe Horn stieß Marinovic: "Wir haben gezeigt, dass Handball in Österreich eine Zukunft und eine Perspektive hat. Wir haben gegen jeden Gegner gezeigt, dass wir bereit sind." Oder in den Worten Bauers: "Es war eine geile WM."

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