Handball EM-Quali: ÖHB-Männer unterlagen Montenegro sehr unglücklich mit 34:35!

Siegestor fiel durch Freiwurf nach Ablauf der Spielzeit

Handball EM-Quali: ÖHB-Männer unterlagen Montenegro sehr unglücklich mit 34:35!

Österreichs Handball-Herren-Nationalteam hat in Stockerau in der Qualifikation für die Playoff-Ausscheidung zur EM 2008 in Norwegen eine bittere 34:35 (18:18)-Heimniederlage gegen Montenegro bezogen. Das Siegestor der als Gewinner der Gruppe 4 nun schon feststehenden Montenegriner fiel nach der Schluss-Sirene aus einem Freiwurf. Voraussetzung für einen ÖHB-Aufstieg sind nun zwei Siege in den ausstehenden Partien gegen Finnland.

Die Gastgeber boten den rund 1.200 Zuschauern leidenschaftlichen Handball. Gestützt auf eine sichere und aggressive Deckung wirbelten sie die Gäste zu Beginn mit Tempo-Angriffen durcheinander. Im Tor lieferte Nikola Marinovic mit Glanzparaden gegen seine ehemaligen Landsleute den wichtigen Rückhalt. Der ÖHB-Vorsprung betrug zeitweise drei Tore. Doch noch vor der Pause verpuffte der Elan ein wenig.

Immer öfter schlichen sich Fehlwürfe und -pässe ins ÖHB-Spiel ein. So bekamen die abgebrühten Montenegriner die Partie vorerst in den Griff, gerieten mit einer Ausnahme von der 24. bis zur 51. Minute nicht in Rückstand. Doch mit großem Kampfgeist bissen sich die Österreicher am Gegner fest, gingen durch Wilczynski zum 30:29 in Führung. Der Flügel spielte in Hälfte zwei vor allem in Gegenstößen groß auf, war wie Roland Schlinger und Marinovic Stütze.

Als Schlinger zum 34:32 erhöhte (57.) war der Sieg greifbar. "Aber wir haben dann wie beim 26:27 in den Niederlanden den Zweitore-Vorsprung noch vergeben", meinte der enttäuschte Wilczynski nacher, "haben schon vorher fünf 100-prozentige vergeben." So glich Montenegro aus und bejubelte schon das Remis, als Alen Muratovic durch den verhängnisvollen Freiwurf noch den Auswärtssieg fixierte.

ÖHB-Teamchef Rainer Osmann fiel es schwer, die Niederlage zu verdauen. "Ich bin sprachlos. Für die Mannschaft ist es jammerschade, sie hätten sich das verdient", analysierte er. "Mit dem letzten Aufgebot war das kämpferisch eine Riesen-Leistung. Jetzt mussten wir schon zweimal Lehrgeld zahlen."

An den Aufstieg glaubte der Coach selbst nicht mehr ganz. "Wir werden gegen die Finnen unser Bestes geben. Aber ich glaube nicht, dass Montenegro jetzt noch das Letzte gibt und komplett spielt. Da ist für die Niederländer Tür und Tor offen."

Österreich - Montenegro 34:35 (18:18)
Stockerau, 1.200, SR Kohout/Novak (CZE).
ÖHB-Tore: Schlinger 9, Wilczynski 8/2, Knauth 6, Kainmüller 5, Fölser 3, Weber, Bozovic und Günther je 1

Tabelle:
1. Montenegro 4 4 0 0 135:111 8
2. Niederlande 4 3 0 1 126:121 6
3. Österreich 4 1 0 3 121:124 2
4. Finnland 4 0 0 4 111:137 0

(apa)