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ÖHB-Team will Rache an Mazedonien

Aus in der WM-Qualifikation 2012 ist nicht vergessen - Dänemark-Spiel gibt Hoffnung

Konrad Wilczynski trifft einen Siebenmeter für Österreich im EM-Gruppenspiel gegen Dänemark © Bild: GEPA pictures/ Christopher Kelemen

Die ehrenvolle 29:33-Niederlage von Österreichs Handball-Männern gegen Gastgeber und Titelfavorit Dänemark hat die Stimmung der rot-weiß-roten EM-Truppe keineswegs gedämpft. Der Aufstieg ist weiter in greifbarer Reichweite, gegen den letzten Gruppengegner Mazedonien (Donnerstag, 18.15) benötigt man ohnehin keine Motivationsspritze. "Wir haben noch eine Rechnung offen", sagte Konrad Wilczynski.

2012 war die ÖHB-Truppe im WM-Play-off trotz eines Heimsiegs an der Balkan-Truppe gescheitert, das Hinspiel von Skopje (21:26) geriet zu einem kleinen Skandal. Münzen, Feuerzeuge oder eine zerdrückte Bierdose flogen damals aufs Feld - Goalie Thomas Bauer war mit provozierenden Gesten daran freilich nicht ganz unbeteiligt. Selbst im Rückspiel in Wien sorgten die mazedonischen Fans für eine hitzige Atmosphäre, der 30:27-Sieg der Österreicher reichte schließlich knapp nicht zum Aufstieg.

"Es war sehr emotionsgeladen", erinnerte sich Flügelroutinier Wilczynski, der gegen die Dänen am Dienstag alle vier Siebenmeter souverän versenkte. "Wir hatten auch damals unsere Chance und dürfen uns sicher berechtigte Hoffnungen auf einen Sieg machen." In diesem Fall würde man wohl zwei Punkte in die Hauptrunde mitnehmen, weil auch die Mazedonier gute Aussichten haben, die nächste Phase zu erreichen. Schließlich müsste Tschechien gegen die Dänen (20.30) gewinnen, um noch eine Chance aufs weiterkommen zu haben. Österreich reicht in jedem Fall ein Remis zum Sprung unter die besten zwölf Teams. Selbst eine Niederlage könnte genug sein.

Top-Leistung gegen vermeintlichen Finalisten

Teamchef Patrekur Johannesson jedenfalls lobte seine Mannschaft für die engagierte Vorstellung gegen Dänemark. "Das war eine tolle Leistung. Man muss den Jungs gratulieren. Ich bin mir sicher, dass Dänemark das Finale erreicht", sagte der Isländer, der von Ulrik Wilbek quasi den Ritterschlag erhielt. "Ich freue mich, dass unsere Handballfamilie gewachsen ist: Österreich hat sich super weiterentwickelt", sagte der Dänen-Coach.

Für Johannesson begann schon im Anschluss an die Dänen-Partie die Vorbereitung auf Mazedonien, das am Dienstag gegen Tschechien 24:24 spielte. Goalgetter Kiril Lazarov steuerte dabei die Hälfte der mazedonischen Treffer bei. Die Gefahr, die vom 33-Jährigen Barcelona-Legionär ausgeht, ist Johannesson bewusst. "Alles geht über ihn. Er ist Weltklasse, aber er hat nicht das Tempo und die Wucht von Mikkel Hansen, mit dem wir doch Probleme hatten", meinte der Coach im Vergleich zur Galavorstellung des dänischen Superstars tags zuvor. Soweit zur Theorie. Johannesson: "Wir wissen das, aber es ist dann trotzdem immer schwer, das zu verteidigen."

Aufgepasst auf Barcelona-Legionär!

Johannesson vermutete, dass der Gegner das Spieltempo zu verschleppen versuchen werde. "Ich glaube auch, dass Lazarov ein bisschen müder ist als sonst. Wir müssen in der Abwehr Geduld haben." Mazedonien bestehe freilich nicht nur aus dem EM-Torschützenkönig 2012, auch auf sein Zusammenspiel mit dem Kreis und die schnellen Außenspieler gelte es aufzupassen.

Kapitän Viktor Szilagyi, der mit seinen Sprunggelenksblessur auch gegen die Dänen gut zurechtkam, strahlte nach der knappen Niederlage viel Zuversicht aus. "Wir haben eine erfahrene Mannschaft, die an sich glaubt, in der jeder für den anderen kämpft. Wir bekommen viel Respekt, und das kommt nicht von ungefähr", zeigte sich der 35-Jährige überzeugt. Auch für ihn ist das Duell mit Mazedonien eine emotionalere Angelegenheit als viele andere Partien. "Da waren schon ein paar unschöne Sachen dabei. Das pusht uns nur noch mehr."

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