Hanappi Stadion von

Rapid muss ausziehen

Heimstätte wird saniert. Für Saison 2013/2014 muss der Club ins Happel-Oval.

Hanappi Stadion - Rapid muss ausziehen © Bild: GEPA/Bollwein

Für Rapid Wien sind langfristige Weichenstellungen erfolgt. Durch die Einigung der Wiener Stadtregierung auf 26,4 Millionen Euro Förderung für infrastrukturelle Maßnahmen bei Österreichs Rekordmeister ist unter anderem klar, dass die Grün-Weißen ihre Heimspiele in den kommenden Jahrzehnten in einem generalsanierten Hanappi-Stadion austragen werden, ihr Trainingszentrum allerdings ins Happel-Stadion verlegen.

Ab 1. Juli 2012 spielt sich der tägliche Trainingsbetrieb für die Kampfmannschaft, die Amateure sowie für die U6- bis U13-Teams auf fünf Übungsplätzen des Happel-Stadions ab. Die Akademie mit den U14-bis U18-Auswahlen erhält vier Plätze rund um die Arena im Westen Wiens und außerdem eine eigene Halle. Bisher mussten die Akademie-Kicker in der Südstadt trainieren, für die restlichen Teams gab es auf dem Areal rund ums Hanappi-Stadion wenig Platz für Übungsmöglichkeiten - abgesehen davon, dass der Arena selbst schon baufällig war.

Generalsanierung und Ausbau
Deshalb soll das Hanappi-Stadion ab Sommer 2013 rund ein Jahr lang saniert und ausgebaut werden. Rapid wird in dieser Zeit die Heimspiele im Happel-Stadion austragen und - so der aktuelle Plan - mit der Saison 2014/15 wieder an die alte Spielstätte zurückkehren. Über Details zum Umbau hüllte sich Präsident Rudolf Edlinger in Schweigen und verriet lediglich, dass die Arena modernisiert und ihre Kapazität auf über 20.000 Zuschauer erweitert werden soll.

"Für mich ist der heutige Tag ein sehr glücklicher Tag, weil die zweijährige Bemühung, die Infrastruktur in ihrer Gesamtheit zu verbessern, finalisiert wurde", erklärte Edlinger. Der ehemalige Finanzminister lotete nach eigenen Angaben mehrere Möglichkeiten aus, um auch den täglichen Trainingsbetrieb in Hütteldorf zu belassen. Es hätte sich aber kein geeignetes Grundstück gefunden, weshalb vor rund einem Jahr der Entschluss gefasst wurde, das Trainingszentrum vom Hanappi-Stadion "wegzusituieren", erzählte Edlinger.

Ein Stadionneubau auf dem Platz des Hanappi-Stadions sei wegen der zu erwartenden fehlenden Baubewilligung ebenso kein Thema gewesen wie der Bau eines neuen Stadions an einem anderen Ort. "Es hat für mich nie einen Zweifel gegeben, dass Rapid nach Hütteldorf gehört. Rapid und das Hanappi-Stadion sind eine Einheit. Das Stadion soll größer und schöner werden, aber Sankt Hanappi bleiben", meinte Edlinger.

"Günstige Pachtgebühr"
Dazu muss aber auch Rapid einen finanziellen Beitrag leisten. Zur Höhe dieser Summe machte Edlinger keine Angaben, betonte aber, dass man deswegen im Kampfmannschaftsbereich den Gürtel nicht enger schnallen müsse. Immerhin kann Rapid laut dem 71-Jährigen künftig höhere Einnahmen lukrieren, weil der Rekordmeister ab 1. Juli 2012 bis 2039 als Pächter des Hanappi-Stadions auftritt. "Wir sind Herr in unserem Haus, was aus kommerzieller Sicht ein absoluter Vorteil ist." Rapid bezahle eine "äußerst günstige" Pachtgebühr. "Die ist genauso hoch wie bei der Austria."

Die Frage, ob das Hanappi-Stadion nach einer gewissen Zeit nicht wieder renovierungsbedürftig sei, ließ Edlinger kalt. 2039 falle die Arena ohnehin an die Stadt zurück, sagte der Rapid-Chef.

So wie Edlinger zeigte sich auch Trainer Peter Schöttel über die Weichenstellungen erfreut. "Das ist eine tolle Verbesserung für den gesamten Verein und ein klares Bekenntnis, dass Rapid so wie in den letzten Jahren viel mit dem eigenen Nachwuchs vorhat", sagte der Wiener, der so wie die meisten seiner Kicker im Westen Wiens beheimatet ist und nun ab Sommer in den Prater pendeln muss. "Aber es ist jedem Profi zuzumuten, eine halbe Stunde zu seinem Arbeitsplatz zu fahren."

Kommentare

Cherie60 melden

Wie bitte? Fast 53 Millionen Euro für zwei Fußballvereine - na das kommt doch locker durch die Fans wieder rein (hust).
Und wie ICH mich freue, dass für MICH die öffentlichen Verkehrsmittel (und nicht nur die) nächstes Jahr teurer werden! Schon super, dass das Geld aller Wiener nicht für alle Wiener verwendet wird! Und dass sich die Gemeinde auch noch beweihräuchert damit.

huginator melden

Re: Wie bitte? Ich finde auch, dass Profivereine ihr Zeug selber zahlen sollen. Es geht nicht, dass man auf der einen Seite Millionen für die Spieler ausgibt, auf der anderen aber kein Geld für sein Stadion hat. Das gleiche betrifft aber auch andere Bereiche. In der Oper zum Beispiel kassieren die auch ordentliche Gagen, aber das Haus muss massiv subventioniert werden. Im Endeffekt zahlen die Steuerzahler also die Gagen und Gehälter.

huginator melden

Na sehr super. Die ganzen Wahnsinnigen ein Jahr lang im Zweiten. Da wird sich auch die Hakoah freuen.

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Re: Na sehr super. naja so ist das auch wieder nicht, das geld bleibt ja nicht bei den vereinen, in der oper oder sonst wo sondern der umbau wird die wirtschaft angekurbelt, unzähliche betriebe werden davon profitieren und ihre mitarbeiter ein jahr lang wieder beschäftigen können ohne stress mit auftragsbeschaffung zu haben, diese betriebe und deren mitarbeiter werden wieder steuern zahlen und so geht das geld seine kreise,
so funktioniert wirtschaft

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Re: Na sehr super. Wirtschaft funktioniert aber auch so, dass sich das Einkommen der Angestellten nach dem Ertrag des Unternehmens richtet. Ich würde mal behaupten, dass das bei den Beispielen Oper und Fußball nicht so ist. Rechne dir mal aus, was über bleiben würde, wenn die Kicker ein dem entsprechendes Gehalt kassieren. Da könnte sich Rapid das Stadion nach ein paar Jahren selber bauen. Andere Unternehmen bilden für ihre Investitionen auch Rücklagen. Das gleiche gilt übrigens auch für die Kunst.

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