Hamilton träumt von einem Doppelerfolg:
McLaren-Fahrer will in Hockenheim siegen

Vizeweltmeister rechnet mit knapper 2. Saisonhälfte Motorsportchef Haug sieht seine Boliden gut gerüstet

Hamilton träumt von einem Doppelerfolg:
McLaren-Fahrer will in Hockenheim siegen © Bild: Reuters/Bohlen

Beim Musik-Memory erwies sich Hobby-Gitarrist Lewis Hamilton als Meister. Trotz schwachen Starts schlug der McLaren-Mercedes-Pilot bei einem PR-Termin seinen Teamkollegen Heikki Kovalainen bei der richtigen Zuordnung der Hits zu ihren Interpreten am Ende noch 6:2.

Auch beim Großen Preis von Deutschland an diesem Wochenende soll Musik den Formel-1-Jungpioten beflügeln. Nach seinem sensationellen Sieg im Regenchaos von Silverstone strebt Hamilton auf dem Hockenheimring beim zehnten Lauf zur Formel-1-Weltmeisterschaft seinen nächsten Coup an. "Man kann nie etwas erwarten im Motorsport", lehnte er allerdings die Favoritenrolle ab. Sein Ziel sei es, am Sonntag (14.00 Uhr) möglichst viele Punkte zu holen. "Wir versuchen, zusammen aufs Podium zu fahren. Ein Doppelerfolg wäre natürlich großartig."

Auch wenn mit dem deutschen Grand Prix erst die zweite Saisonhälfte beginnt und noch neun Rennen ausstehen, rechnet der Vizeweltmeister des Vorjahres bis zum Ende mit einem engen Kampf um die Krone: "Ich erwarte, dass es bis ganz zum Schluss sehr eng wird." Derzeit liegt Hamilton vor den punktgleichen Ferrari-Rivalen Felipe Massa und Kimi Räikkönen (alle 48) vorn. BMW-Sauber-Pilot Robert Kubica liegt nur zwei Zähler zurück in Lauerstellung.

Hamilton will Fehler vermeiden
Fehler-Vermeidung sieht Hamilton als Schlüssel auf dem Weg zum Titel. "Ich hoffe, wir sind in den letzten neun Läufen konstanter und haben weniger Wellenbewegungen", sagte der Brite im Rückblick auf die Achterbahn-Fahrt der ersten neun Rennen. Grandiose Siege wie in Monaco und zuletzt Silverstone wechselten mit dicken Patzern wie beim Boxengassen-Unfall in Montreal. Von übermächtigem Druck will Hamilton aber nichts wissen: "Ich mache das, seit ich acht bin und habe viel Schlimmeres erlebt. Ich habe immer noch ein tolles Jahr."

Mercedes-Motorsportchef Norbert Haug sieht die Silberpfeile nach den gelungenen Testfahrten auf dem deutschen Traditionskurs vor einer Woche bestens gerüstet für das Heimspiel. "Der Speed war da, die Konstanz war da", erklärte Haug. Von einem Heim-Bonus gegenüber dem Dauerrivalen Ferrari will er jedoch nichts wissen: "Ich denke nicht, dass wir von Hause aus einen Vorteil haben." Immerhin hat McLaren seit Mika Häkkinen 1998 in Hockenheim nicht mehr gewonnen.
(apa/red)