Hamas fühlt sich als moralischer Sieger:
Israel ließ Top-Terroristen Kuntar frei

Hamas erhielt Terrorist zurück, Israel tote Soldaten Entführung israelischer Soldaten ist "bester Weg"

Hamas fühlt sich als moralischer Sieger:
Israel ließ Top-Terroristen Kuntar frei © Bild: Reuters

Die im Gaza-Streifen herrschende Palästinenserorganisation Hamas sieht ihre Position nach dem jüngsten israelisch-libanesischen Gefangenenaustausch gestärkt. Auch die Palästinenser könnten mit Entschlossenheit und Beharrlichkeit wie die libanesische Schiitenorganisation Hisbollah ihre Forderungen gegenüber Israel durchsetzen, sagte Hamas-Sprecher Khalil al-Haja in Gaza.

Israel habe im Widerspruch zu allen Ankündigungen auch "Häftlinge mit Blut an den Händen" freigelassen. Haja bezog sich dabei auf den freigelassenen Top-Terroristen Samir Kuntar. Hamas-Sprecher Sami Abu Zuhri hatte zuvor von einem "Sieg des Widerstandes" über Israel gesprochen und von einem Beweis, dass die Entführung von israelischen Soldaten der beste Weg wäre, um die arabischen Gefangenen in israelischer Haft frei zu bekommen.

Die Hamas hält seit mehr als zwei Jahren den entführten israelischen Soldaten Gilad Shalit fest. Israel hat eine von der Hamas vorgelegte Liste mit den Namen von 1.000 Häftlingen abgelehnt, die im Austausch für Shalit aus israelischen Gefängnissen freigelassen werden sollen. Darunter befinden sich auch Palästinenser, die wegen der Ausführung, Beteiligung oder Planung von Attentaten auf Israelis zu hohen Haftstrafen verurteilt worden sind.

Deutschland als Mittler
Nach Angaben des Hamas-Vertreters im Libanon, Osama Hamdan, sind innerhalb der Organisation Forderungen laut geworden, Deutschland statt Ägypten mit der Vermittlung eines Gefangenenaustausches zwischen der Hamas und Israel zu beauftragen. Die jüngste Vereinbarung war von dem deutschen Geheimdienstmitarbeiter Gerhard Conrad im Auftrag der Vereinten Nationen und mit Hilfe des Roten Kreuzes ausgehandelt worden. Ein umfangreicher israelisch-libanesischer Gefangenenaustausch war auch 2004 unter Vermittlung deutscher Geheimdienste erfolgt. (apa/red)