Hamas-Führer war von Israel überrascht:
Politbürochef unterschätzte Gewaltausmaß

Mashaal erwartete höchstens dreitägige Offensive Kundgebungen vor ägyptischen Botschaften erhofft

Hamas-Führer war von Israel überrascht:
Politbürochef unterschätzte Gewaltausmaß © Bild: Reuters/Homavandi

Hamas-Politbürochef Khaled Mashaal war nach Angaben der ägyptischen Zeitung "Al-Ahram" über das von Israel im Gazastreifen angewendete Ausmaß der Gewalt überrascht. Er habe zudem geglaubt, die israelische Offensive werde nicht länger als drei Tage dauern, zitierte das Blatt Mashaal, wie die israelische Zeitung "Haaretz" berichtete.

Die 22-tägige israelische Offensive endete am Sonntag, als Israel und die Hamas getrennt Waffenstillstände ausriefen.

"Wir haben nicht diese Verbrechen gegen unsere Bürger, die Bewohner von Gaza, erwartet", erklärte der im Exil in Damaskus residierende Hamas-Führer. Nach Angaben von "Al-Ahram" äußerte sich Mashaal während einer Sitzung hinter verschlossenen Türen beim Arabischen Gipfel am Wochenende in Doha.

Mashaal ging nach eigenen Worten davon aus, dass es weltweit zu Massenkundgebungen vor ägyptischen Botschaften kommen werde, um die Öffnung des Grenzübergangs Rafah in den Gazastreifen zu fordern.

Ägypten hatte den Gipfel in Doha boykottiert, weil es fürchtete, die Hamas und ihre Verbündeten Syrien und Iran würden das Treffen als Plattform nutzen, um ihre Positionen durchzusetzen und um die ägyptischen Vermittlungsbemühungen zu konterkarieren.

An dem Treffen auf Initiative des Emirs von Katar, Scheich Hamad bin Khalifa al-Thani, hatten nur 13 der insgesamt 22 Mitglieder der Arabischen Liga teilgenommen.
(apa/red)