Bin Laden ist tot

"Halsdurchschneiden ist Pflicht"

Die wichtigsten Botschaften des Hasspredigers Osama bin Laden im Überblick

Bin Laden ist tot - "Halsdurchschneiden ist Pflicht" © Bild: APA/EPA PA/SKY TV

Der Terrorführer Osama bin Laden ist von US-Spezialkräften in Pakistan getötet worden. Wenige Monate vor dem zehnten Jahrestag der Terroranschläge vom 11. September 2001 hat somit die "Gerechtigkeit gesiegt", wie US-Präsident Barack Obama am Sonntagabend in einer Fernsehansprache sagte. Nach den Terroranschlägen mit knapp 3.000 Toten war Osama bin Laden untergetaucht und hatte den Westen mit der Veröffentlichung von Hassbotschaften genarrt, die seine Position als Ikone radikaler Islamisten festigten. Im Folgenden eine Zusammenstellung von Zitaten aus seinen Video- und Audiobotschaften.

13. Dezember 2001: Bin Laden jubelt über die Zahl der Opfer des 11. September 2001: "Wir hatten die Zahl der Opfer auf Seiten des Feindes im Voraus berechnet (...). Wir hatten errechnet, dass drei bis vier Stockwerke getroffen werden. Ich war von allen am optimistischsten...Auf Grund meiner Erfahrung auf diesem Gebiet bin ich davon ausgegangen, dass der brennenden Flugzeugtreibstoff die Eisenstruktur des Gebäudes schmelzen und nur den Teil zum Einsturz bringen würde, in dem das Flugzeug einschlägt, und die Stockwerke darüber. Mehr hatten wir nicht erhofft."

26. Dezember 2001: "Unser Terrorismus ist ein gesegneter Terrorismus, um die ungerechte Person an Ungerechtigkeiten zu hindern und Amerikas Unterstützung für Israel zu stoppen."

"Bush ist der Pharao unserer Zeit"
12. November 2002: Bin Laden lobt die Anschläge auf der tunesischen Ferieninsel Djerba, im pakistanischen Karachi, auf Bali und im Jemen und auch das Geiseldrama im Moskauer Musical-Theater Nord-Ost. US-Präsident George W. Bush bezeichnet er als "Pharao unserer Zeit". Die USA und Israel seien "eine kriminelle Bande".

11. Februar 2003: Bin Laden ruft in einer Tonbandbotschaft angesichts der bevorstehenden US-Invasion zur Unterstützung der irakischen Regierung auf. "Wir verfolgen mit großer Sorge die Vorbereitungen eines Kreuzzuges und Krieges gegen die ehemalige Hauptstadt der Muslime (Bagdad) und die Vorbereitungen zur Einsetzung einer Marionettenregierung."

10. Oktober: In einer neuen Tonbotschaft droht Bin Laden den Unterstützern der USA im Irak: "So Gott will, werden wir weiter gegen Euch kämpfen und Märtyrer-Einsätze innerhalb und außerhalb der USA fortführen, bis Ihr Eure Unterdrückung und Euer törichtes Vorgehen beendet."

15. April 2004: Bin Laden lobt in einer Audiobotschaft die Terroranschläge von Madrid vom 11. März und bietet den europäischen Staaten einen Waffenstillstand an, wenn sie ihre Soldaten aus dem Irak abziehen. "Ich verkünde einen Waffenstillstand mit den europäischen Ländern, die keine islamischen Länder angreifen. Die Tür zu einem Waffenstillstand steht für drei Monate offen."

Weitere Drohungen an USA
29. Oktober 2004: Bin Laden droht den USA unmittelbar vor den Präsidentenwahlen mit weiteren Anschlägen. "Eure Sicherheit liegt nicht in den Händen von (George W.) Bush, (John) Kerry oder Al-Kaida, sondern in Euren eigenen Händen", richtet sich Bin Laden unmittelbar "an das amerikanische Volk"

19. Jänner 2006: Nach mehr als einem Jahr Schweigen wendet sich Bin Laden erneut mit einer Tonbandbotschaft an die Öffentlichkeit. Er droht den USA neuerlich mit Anschlägen, bietet aber zugleich einen "langfristigen Waffenstillstand" an. "Auf Grundlage der Meinungsumfragen, die andeuten, dass Amerikaner nicht gegen Muslime in einem muslimischen Land kämpfen wollen, noch dass sie wollen, dass Muslime gegen sie in ihrem Land kämpfen, haben wir keine Einwände, einen langfristigen Waffenstillstand auf Basis fairer Bedingungen anzubieten ... einen Waffenstillstand, der Sicherheit und Stabilität und den Wiederaufbau des Irak und Afghanistans garantiert, die der Krieg zerstört hat."

Aufruf zum Konvertieren
7. September 2007: In seiner ersten Videobotschaft nach fast drei Jahren richtet sich Bin Laden wieder "an das amerikanische Volk" und ruft es auf, zum Islam überzutreten. "Ich lade Euch ein, den Islam anzunehmen. (...) Wie Ihr Euch von der Sklaverei durch Mönche, Könige und den Feudalismus befreit habt, solltet Ihr Euch von der Täuschung, den Fesseln und der Zermürbung durch das kapitalistische System befreien."

29. Dezember 2007: Bin Laden kündigt in einer Tonbotschaft neue Anschläge gegen Israel an. "Ich möchte unserem Volk in Palästina versichern, dass wir unseren Jihad (Heiliger Krieg, Anm.) dort ausweiten werden. Wir haben die Absicht, Palästina zu befreien, das gesamte Palästina vom Fluss (Jordan) bis zum Meer."

19. März 2008: In einer neuen Tonbandbotschaft droht Bin Laden den Europäern mit einer "Abrechnung" wegen der von dänischen Zeitungen veröffentlichten Mohammed-Karikaturen. "Ihr habt es in eurem Unglauben übertrieben, indem ihr diese beleidigenden Zeichnungen veröffentlicht habt. Das ist das größte und gefährlichste Unglück und das Urteil dafür wird entschlossener ausfallen."

15. März 2009: Bin Laden ruft zur Tötung moderater arabischer Führer auf. "Die Herzen unserer Herrscher sind wie die unserer Feinde (...). Euch den Hals durchzuschneiden, ist mithin eine religiöse Verpflichtung."

"Neue Samen des Hasses"
3. Juni 2009: Anlässlich der Nahost-Reise des neuen US-Präsidenten Barack Obama warnt der Terrorführer die Muslime vor einer Allianz mit den Christen. Obama folge nämlich der Politik seines Vorgängers George W. Bush und habe sogar "neue Samen des Hasses" gesät.

25. September 2009: Vor der deutschen Bundestagswahl ruft Bin Laden die Europäer auf, ihre Truppen aus Afghanistan abzuziehen. Er wirft den NATO-Staaten vor, in Afghanistan Frauen, Kinder und ältere Männer zu töten, "weil George W. Busch böse auf sie war".

"Drastische Lösungen" für den Klimaschutz
29. Jänner 2010: Bin Laden outet sich als Klimaschützer. Die Besorgnis über den Klimawandel und seine Folgen sei "kein intellektueller Luxus", statt partieller Reduzierungen von Treibhausgasen seien "drastische Lösungen" erforderlich, heißt es in einer Audiobotschaft.

1. Oktober 2010: In einer weiteren unter dem Eindruck der Jahrhundertflut in Pakistan aufgenommenen Botschaft ruft er zu Ackerbau und Viehzucht auf, um den Klimawandel zu bekämpfen. "Die Händlerfamilien sollten einige ihrer Söhne abstellen für die Nothilfe und die Landwirtschaft", schlägt er vor.

(apa)