Hallenfußball neu in Österreich: Kommendes
Wochenende startet die erste "Futsal"-Liga

Hallen-Kick ohne Bande in Südeuropa sehr populär Prominente Namen: Aigner, Bradaric & Flögel dabei

Am kommenden Wochenende erfolgt der Auftakt zu einer neuen Ära des heimischen Hallen-Fußballs. Die österreichische Futsal-Bundesliga startet in ihre erste Saison und soll sich nach den Wünschen ihrer Organisatoren rasch in der heimischen Kicker-Szene etablieren. Beitragen könnten dazu namhafte Spieler wie Markus Aigner, Amir Bradaric oder Vienna-Sportdirektor Thomas Flögel, die allesamt auf der Kaderliste des Klubs Stella Rossa aufscheinen.

Der 1998 gegründete Verein gilt damit als Favorit für den ersten österreichischen Futsal-Bundesliga-Meister, den sich zehn Klubs in neun Partien pro Teilnehmer an insgesamt sechs Spieltagen von Mitte November bis Anfang Jänner ausspielen. "Aber wer von den genannten Kickern wirklich für Stella Rossa eingesetzt wird, wissen wir nicht. Ich rechne mit einer ziemlich ausgeglichenen Meisterschaft", erklärte Markus Kopecky, der Leiter des Futsal-Wettspiel-Ausschusses.

Liga-Sponsor ist das Bauunternehmen Murexin, als Liga-Präsident fungiert Ex-Sturm-Kicker Jan Pieter Martens, der allerdings selbst nicht als Spieler antritt. Titelverteidiger gibt es keinen, da der aktuelle Meister Eugendorf (bisher wurde der Champion in regionalen Turnieren und einem Bundesfinale ermittelt) nicht in der Liga antritt.

Der Hallenkick ohne Bande ist so wie Beach-Soccer im ÖFB-Breitensportreferat organisiert. Ein Nischen-Dasein soll in den kommenden Jahren aber vermieden werden. "Wir wollen schon in der nächsten Saison mit zwei Regionalligen unter der Bundesliga beginnen", meinte Kopecky. Ein österreichisches Futsal-Nationalteam existiert noch nicht, dafür ist eine "Austria-Auswahl" geplant, in der die besten "Zangler" der österreichischen Liga unabhängig von der Nationalität gegen Nationalmannschaften etwa aus der Slowakei oder Tschechien antreten sollen.

Dort genießt Futsal eine weit höhere Anerkennung als in Österreich, noch populärer ist der Sport aber vor allem in Spanien und Italien sowie in südamerikanischen Ländern, wo der bereits in der FIFA und der UEFA organisierte Hallenkick seinen Ursprung hat und professionell betrieben wird.

In Österreich hingegen wird Hallen-Fußball vor allem auf Grund des Wiener Stadthallenturniers seit Jahrzehnten mit "Banden-Zauber" verbunden, was auch Kopecky zur Kenntnis nimmt. "Wir sind ein typisches Hallenbanden-Land, und das wird sich auch so schnell nicht ändern. Wir sehen uns auch nicht als Konkurrenz zur Stadthalle, sondern als Ergänzung."

Diese Ergänzung könnte für den österreichischen Fußball im Allgemeinen positive Auswirkungen haben, vermutet Kopecky. "Deutsche Studien besagen, dass Futsal die beste Ausbildung für Kinder im Vorschul-Alter ist", betonte der Leiter des Wettspiel-Ausschusses und hofft, dass der junge Sport in Zukunft auch in die Trainingsarbeit mit österreichischen Fußball-Talenten miteinbezogen wird. "Im Futsal wird weniger auf das körperbetonte Spiel, sondern mehr auf die Technik gesetzt", erklärte Kopecky die Vorzüge des Hallenkicks.

Gespielt wird Futsal mit einem sprungreduzierten Ball der Größe 4 (normale Fußbälle haben Größe 5) auf einem Feld in Handball-Größe mit Handball-Toren. Eine Partie dauert zweimal 20 Minuten und wird von jeweils vier Feldspielern und einem Tormann bestritten. Überquert der Ball die Seitenlinie, gibt es statt Einwurf einen "Einschuss". Der gravierendste Unterschied im Vergleich zum Fußball zielt auf ein weniger aggressives Spiel ab: Ab dem sechsten Foul, das eine Mannschaft begangen hat, bekommt der Gegner einen "Freischuss" aus zehn Metern ohne Mauer zugesprochen, danach sind bei jedem weiteren Foul "Freischüsse" fällig.

Bei FIFA-Boss Sepp Blatter ist Futsal gut angeschrieben. Unter der Schirmherrschaft des Weltverbandes gingen bereits fünf Weltmeisterschaften in dieser Sportart über die Bühne, außerdem möchte sich Blatter, der auch IOC-Mitglied ist, dafür einsetzen, dass Futsal ins offizielle Programm von Olympischen Winterspielen aufgenommen wird.

(apa)