"Halbmond-Brief": BZÖ-Westenthaler will Vorwürfe weiterhin nicht zurücknehmen

Alpenverein und Ermacora bringen nun Klage ein

BZÖ-Chef Peter Westenthaler will immer noch nicht glauben, dass er in Sachen "Halbmond statt Gipfelkreuz" einem Scherz auf den Leim gegangen ist. Westenthaler hatte dem Alpenverein und der Islamischen Glaubensgemeinschaft unter Berufung auf einen (offenbar gefälschten) Brief vorgeworfen, auf Berggipfeln Halbmonde errichten zu wollen und lehnte es ab, die Vorwürfe zurück zu nehmen. Die Echtheit des Briefes müsse nun von den Gerichten geklärt werden, so Westenthaler bei einer Pressekonferenz. Der Alpenverein und sein Vizepräsident Andreas Ermacora haben nun eine Klage angekündigt.

Er sei immer bereit, einzuschreiten, wenn Österreichs kulturelle Identität bedroht werde. "Da ist es mir herzlich egal, ob das im Spaß oder Ernst passiert", sagte Westenthaler, angesprochen auf den von einer "Künstlergruppe" gefälschten Brief des Alpenvereins. Westenthaler verteidigte auch seine Vorgehensweise: Er war mit dem Brief an die Öffentlichkeit gegangen, ohne beim Alpenverein dessen Richtigkeit zu überprüfen. "Wir haben recherchiert", sagte Westenthaler - wo sagte er nicht, es habe sich aber um eine verlässliche Quelle gehandelt.

Alpenverein klagt BZÖ
Der Alpenverein wird das BZÖ klagen. Das teilte OeAV-Vizepräsident, der Innsbrucker Anwalt Andreas Ermacora, in einer Presseaussendung mit. Nachdem von BZÖ-Seite kein Wiederruf erfolgt sei, müssten jetzt die Gerichte bemüht werden, um den Alpenverein und seine eigene Person zu rehabilitieren, so Ermacora.

Ermacora in der Aussendung: "Nachdem trotz meiner Aufforderung, die Behauptung, mein Brief an Al-Rawi sei echt, kein Widerruf erfolgte, vielmehr Westenthaler nunmehr die Echtheit des Briefes bestätigt und sich auf verlässliche Quellen beruft, unterstellt er mir und dem OeAV öffentlich, die Unwahrheit zu sagen."

Und weiter: "Die 'verlässliche Quelle' nennt er nicht, da er inzwischen erkannt haben dürfte, dass sie doch nicht so verlässlich war. Andererseits kann er wohl aus optischen Gründen kurz vor der Wahl keinen Rückzieher mehr machen, so dass OeAV und Dr. Andreas Ermacora nun tatsächlich die Gerichte bemühen müssen, um rehabilitiert zu werden."

(apa/red)