Haidinger-Unterlagen widerlegen BIA-Chef:
Ermittlung wegen SPÖ-Parteienfinanzierung

profil: BIA stellte doch umfangreiche Ermittlungen an E-Mail-Verkehr zwischen Haidinger und Salomon

Haidinger-Unterlagen widerlegen BIA-Chef:
Ermittlung wegen SPÖ-Parteienfinanzierung
© Bild: Reuters/Neubauer

Wie das Nachrichtenmagazin "profil" in seiner neuen Ausgabe berichtet, hat das Büro für interne Angelegenheiten (BIA) im Rahmen der Bawag-Affäre offenbar doch umfangreichere Ermittlungen zu mutmaßlichen SPÖ-Parteienfinanzierungen durchgeführt. BIA-Chef Martin Kreutner hatte jüngst im parlamentarischen Untersuchungsausschuss betont, lediglich einen "einzigen Sachverhalt abgedeckt" zu haben, nämlich die Einvernahme des früheren Bundeskanzlers Franz Vranitzky.

Laut einem "profil" vorliegenden BIA-Dossier "Zur Causa Bawag - eventuelle Parteienfinanzierung" vom 6. Juli 2007 wurden offenbar auch Investmentbanker Wolfgang Flöttl, Ex-Bawag-Vorstand Peter Nakowitz, Unternehmer Martin Schlaff und dessen Steuerberater Michael Hason einvernommen sowie in Liechtenstein sichergestellte Bawag-Unterlagen gesichtet. Aus einem internen E-Mail-Verkehr zwischen dem ehemaligen BKA-Chef Herwig Haidinger und dem damaligen Leiter der Bawag-Sonderkommission Helmut Salomon geht weiters hervor, dass Staatsanwalt Georg Krakow dem BIA mehr Aufgaben übertragen hatte. Salomon mailte am 25. September 2006 an Haidinger: "Krakow sagte, die Erhebungen zu dem Fall Vranitzky wurden dem BIA übertragen und wären faktisch fertig. Der Faktenkreis Schlaff wurde auch dem BIA übertragen und es sind noch Resterhebungen offen."
(ots)