Haider kritisiert Fischer scharf: "Partei-
politischer statt rot-weiß-roter Präsident"

LH: Ortstafelfrage sei an Gusenbauer gescheitert Schaunig: Thema zweisprachige Ortstafeln "erledigt"

Scharf reagierte der Kärntner Landeshauptmann Jörg Haider auf die Aussagen von Bundespräsident Heinz Fischer zur Ortstafelfrage in der gestrigen ORF-Pressestunde. Fischer betreibe in allen Bereichen, von den Eurofightern bis zu den Ortstafeln, "sozialistische Parteipolitik, anstatt die gesamtstaatlichen Interessen zu vertreten".

"Das ist kein rot-weiß-roter Bundespräsident, sondern ein parteipolitischer Bundespräsident, der den roten Verrat an Kärnten gutheißt", behauptete Haider. Der jüngste Lösungsversuch der Kärntner Ortstafelfrage sei nicht an ihm, sondern an Bundeskanzler Alfred Gusenbauer gescheitert, der Kärnten ein Ortstafel-Diktat habe aufzwingen wollen. Haider: "Fischer soll das zur Kenntnis nehmen und Gusenbauer rügen, anstatt mir zu drohen."

Die Kärntner SPÖ-Chefin LHStv. Gaby Schaunig bekräftigte, dass für sie das Thema zweisprachige Ortstafeln "erledigt" sei, falls es nicht doch noch vor der Sommerpause eine Lösung mit Zwei-Drittel-Mehrheit geben sollte. Gleichzeitig erinnerte sie daran, dass sie ihre "Idealvorstellung" mehrfach formuliert habe. Schaunig hatte im Gegensatz zur Bundes-SPÖ schon 2006 für den Kompromiss mit 141 zweisprachigen Tafeln plädiert und dies in den vergangenen Tagen wiederholt.

(apa)