Hahn-Vorschlag zu Studiengebühren-Rabatt: Österreichs Universitäten lehnen dankend ab

Einnahmenentfall für Badelt "keinesfalls annehmbar" Gebührenhöhe soll an ECTS-Punktesystem anknüpfen

Hahn-Vorschlag zu Studiengebühren-Rabatt: Österreichs Universitäten lehnen dankend ab © Bild: APA

Die Universitäten lehnen das von Wissenschaftsminister Johannes Hahn seit mehreren Monaten propagierte Modell eines Teilzeitstudiums, für das auch nur ein Teil der Studiengebühren zu entrichten ist, ab. Prinzipiell unterstützt die Universitätenkonferenz (uniko) eine Neuregelung für Teilzeitstudierende, die von Hahn vorgeschlagene Lösung sei aber "zu simpel", hieß es.

Die Unis fordern dagegen eine "tatsächliche Systemumstellung der Universitätsfinanzierung". Die Bezahlung der Studiengebühren sollte an die Anzahl der absolvierten Lehrveranstaltungen bzw. an das Leistungspunktesystem (ECTS) geknüpft werden. Studierende, die weniger in Anspruch nehmen, sollten daher auch weniger bezahlen als jene, die mehr in Anspruch nehmen. Was die Unis nicht explizit sagen, was ein solches System aber bedeuten würde: Mit Studiengebühren in Höhe von 363 Euro pro Semester würde man bei einem solchen Modell wohl kaum das Auslangen finden.

"Keinesfalls annehmbar"
Als "keinesfalls annehmbar" für die Unis bezeichnete uniko-Chef Badelt, dass der durch ein Teilzeitmodell entstehende Einnahmenausfall den Unis nicht ausgeglichen werde. Genau das lehnt aber Hahn ab: "Es kann nicht so sein, dass wir die Abdeckung übernehmen", sagte er. Es könne durchaus sein, dass die Unis durch ein solches Modell auch mehr Studierende bekämen, sagte der Minister unter Hinweis auf die Fachhochschulen (FH), wo schon ein Drittel der Studierenden berufsbegleitend studieren würde. "Das ist an den Unis noch total unterentwickelt."

Auch wenn Hahn noch darüber diskutieren will, macht er klar, dass eine solche Teilzeitregelung für alle Unis zu gelten habe und nicht in deren autonome Entscheidung falle. "Das muss schon einheitlich sein", sagte er, auch wenn es etwa bei den Studiengebühren für Studenten aus Entwicklungsländern den Unis überlassen ist, ob sie Ermäßigungen geben oder nicht. Ob es die Teilzeit-Regelung auch für FH geben werde, müsse man noch diskutieren. (apa/red)