Hagel der Kritik auf künftigen Weihbischof: Auseinanderdriften der Diözesen befürchtet

Probst warnt vor rechte Strömungen in der Kirche "Betroffenheit" bei Katholischer Aktion Österreich

Hagel der Kritik auf künftigen Weihbischof: Auseinanderdriften der Diözesen befürchtet © Bild: APA/Gindl

Die Bestellung Gerhard Maria Wagners zum Weihbischof von Linz hat in der Katholischen Aktion Österreich (KAÖ) eine "große Betroffenheit" ausgelöst. Außerdem kritisiert der Propst des Stiftes Herzogenburg, Maximilian Fürnsinn, die Ernennung Wagners. "Grundsätzlich ist es nicht sehr sinnvoll, wenn Menschen in solche Ämter berufen werden", sagte er im ORF-Interview.

Wagner würde wieder eine gewisse Spaltung oder ein Auseinanderdriften in einer Diözese erzeugen. Fürnsinn sieht Parallelen zu früheren Vorgängen in der Diözese St. Pölten: "Wir wissen, dass dadurch unglaubliche Entwicklungspotenziale für die Kirche verlorengegangen sind." Der Propst warnte überdies vor rechten Strömungen in der Kirche.

"Die Entscheidung von Rom ist für uns nicht nachvollziehbar", erklärte KAÖ-Präsidentin Luitgard Derschmidt am Freitag gegenüber der APA. Zwar kenne sie Wagner nicht persönlich, es seien jedoch Äußerungen bekannt, die sie bekümmerten und die aufgrund der Theologie nicht nachvollziehbar seien.

Das von Katholiken der Diözese St. Pölten gegründete Forum XXIII "zur Orientierung in Kirche und Gesellschaft" hielt in einer Aussendung fest, dass die Vorgangsweise Roms bei der Ernennung des neuen Linzer Weihbischofs "die Verbitterung vieler Katholiken nicht nur in Oberösterreich noch verstärkt" habe. Die katholische Kirche in Österreich leide immer noch an den folgenschweren Auswirkungen von extrem "konservativen" Bischöfen "wie Groer und Krenn. Es ist kaum zu glauben, dass Rom aus den damaligen Fehler keine Lehren gezogen hat", so das Forum XXIII.

In einer OGM-Umfrage haben sich 60 Prozent der Befragten dagegen ausgesprochen, dass die Bischofsernennung ein exklusives Recht des Papstes ist. 22 Prozent haben nichts gegen diese "päpstliche Allmacht", berichtete "profil.

(apa/red)