Hagara/Steinacher landen auf Platz neun:
Goldmedaille geht an Spanier Echavarri/Paz

Doppel-Olympiasieger im Medal Race auf Rang 7 "Zeit für neue Herausforderungen wird kommen"

Hagara/Steinacher landen auf Platz neun:
Goldmedaille geht an Spanier Echavarri/Paz © Bild: APA/Techt

Ohne Sentimentalitäten haben sich Roman Hagara und Hans Peter Steinacher von den Sommerspielen verabschiedet. Bei der Olympischen Regatta vor Qingdao haben die erfolgsverwöhnten Goldmedaillengewinner von Sydney 2000 und Athen 2004 bemerken müssen, wie schwierig es ist, eine Medaille zu gewinnen. Deshalb deckt auch die Freude und Zufriedenheit über das in der Vergangenheit Erreichte die Enttäuschung über Platz neun zum Ausklang des Regattasegelns im Zeichen der Fünf Ringe zu.

Der Wiener Steuermann und sein Salzburger Vorschoter belegten im Medal Race der Top Ten Rang sieben und verbesserten sich im Endklassement um eine Position von zehn auf neun. Die Goldmedaille holten sich die Spanier Fernando Echavarri/Anton Paz vor den Australiern Darren Bundock/Glenn Ashby und den Argentiniern Santiago Lange/Carlos Espinola, die lange Jahre die Trainingspartner der Österreicher waren. Es war vorerst das letzte Mal, dass die Tornados bei Olympischen Spielen segelten, die spektakulären Tempobolzer wurden Opfer einer Klassen-Reduzierung.

Hagara/Steinacher vor Olympia unter Zeitdruck
Die Entscheidung, dass es ihre letzte Olympiakampagne ist, hatten Hagara/Steinacher aber schon vorher gefällt. Die Ursache für das Resultat vor Qingdao ist nicht in den wechselnden Windverhältnissen im schwierigen Revier zu finden, die Bedingungen lassen Hagara/Steinacher nicht aus Ausrede gelten, hatten sie doch 2007 die Preolympic-Regatta gewonnen. Vielmehr waren sie zeitlich in Verzug geraten, weil sie erst 2008 den Quotenplatz holten. Die Materialauswahl für die Olympia-Regatta trafen sie erst unmittelbar vor Beginn der Spiele, das Regattatraining blieb auf der Strecke. "Es ist ein Trugschluss, wenn man meint, man könnte das alles mit Routine wettmachen", sagte Steinacher, der am 9. September 40 Jahre wird.

"Der Knackpunkt war die achte Wettfahrt, als wir wieder in ein Windloch geraten sind. Da wussten wir, dass es mit einer Medaille nichts mehr wird", erläuterte der 42-jährige Hagara, der ruhig und ohne große Emotionen Abschied nimmt. "Ich bin froh, dass es vorbei ist, wir haben extrem viel Zeit und Energie darauf verwendet. Ich bin müde und ausgebrannt und freue mich auf zu Hause, auf Ruhe und Abstand."

Neue Herausforderungen warten
Nach einer Pause werden sich Hagara und Steinacher neuen Zielen widmen, beide streben Karrieren im Großboot an und werden auch in Zukunft gemeinsame Wege gehen. "Die Zeit für neue Herausforderungen wird kommen", weiß Hagara. Der America's Cup ist der Traum jeden Seglers. Des Tornadosegler derzeit sowieso, wird der Cup doch in naher Zukunft auf 40-Fuß großen Katamaranen ausgetragen. "America's Cup ist das Ziel, aber da muss man abwarten, bis der wieder auf gesunden Beinen steht. Es gibt auch andere Big-Boat-Projekte."

Die letzte Entscheidung vor Qingdao fiel im Star. Die Goldmedaille ging an die Briten Iain Percy/Andrew Simpson, die Brasilianer Robert Scheidt/Bruno Prada holten Silber, die Schweden Fredrik Lööf/Anders Ekström Bronze. Es war der vierte Qingdao-Titel für Großbritannien.

(apa/red)