Haft in Italien, Straffreiheit in Österreich:
Ist Doping auch gesetzlich verboten?

FORMAT: Italien hat das strengste Anti-Doping-Gesetz Einnahme von Aufputschmitteln nicht überall kriminell

Doping führt für die Sportler zwar zu Ausschlüssen und Sperren – kriminell ist es jedoch nicht überall. In Österreich gehen dopende Sportler straffrei aus: Auch das neue Anti-Doping-Gesetz – beschlossen knapp vor der Auflösung des Parlaments im Juli – hält den dopenden Sportler im juristischen Sinne straffrei. Strafrechtlich verfolgt wird lediglich, wer Doping bei einer anderen Person anwendet oder auf der Verbotsliste stehende Substanzen in den Verkehr bringt. Auch das bloße „Vorrätighalten“ ist strafbar. Auch Deutsch- land sieht die Sportler nicht als Täter: Das neue Anti-Doping-Gesetz, 2007 eingeführt nach den Radsportskandalen, bestraft den gewerbsmäßigen Handel mit fünf bis zehn Jahren. Die Vorratshaltung über den Eigenbedarf hinaus ist strafbar – nicht aber das Dopen selbst. Auch die Einfuhr von Dopingmitteln bleibt straffrei.

Haft in Italien, Straffreiheit in Österreich:
Ist Doping auch gesetzlich verboten?

Ganz anders in Italien, wo 2000 das strengste Anti-Doping-Gesetz der Welt in Kraft trat: Wer dopt oder gedopt ist, gilt als kriminell und kann mit bis zu sechs Jahren Haft rechnen. Spanien zog 2006 nach, als bekannt wurde, dass der Spanier Eufemiano Fuentes die Spitze des Radsports – darunter Jan Ullrich – mit Dopingmitteln versorgt hatte. Nun drohen in Spanien nicht nur den Händlern harte Strafen, auch gedopte Sportler können hinter Gitter kommen – für sechs Monate bis zwei Jahre. Wer gegen die Drahtzieher aussagt, darf mit Strafreduktion rechnen.

Frankreich litt in den letzten Jahren unter den Dopingskandalen bei der Tour de France und verschärfte das Dopinggesetz heuer gerade rechtzeitig vor deren Start in Brest: Für den Handel drohen bis zu fünf Jahre Haft und 75.000 Euro Geldstrafe, für den Besitz bis zu ein Jahr Haft und 3.750 Euro Geldstrafe. Doch auch diese Tour de France war von Dopingskandalen überschattet.

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