Häupl Nachfolge von

Das muss der neue Bürgermeister können

Small-Talk, früh aufstehen, Wein trinken? Die wichtigsten Fähigkeiten des Bürgermeisters.

Häupl Nachfolge - Das muss der neue Bürgermeister können © Bild: Apa/ Georg Hochmuth

Die formalen Aufgaben eines Bürgermeisters verrät einem Google recht schnell. Aber welche Fähigkeiten sollte ein Bürgermeister abseits vom politischen Geschick haben? Sollte er besser ein Frühaufsteher sein oder doch eine Nachteule? Und wie viel Wein muss er vertragen?

Andreas Schieder und Michael Ludwig stehen in den Startlöchern für die Nachfolge des Wiener Bürgermeisters und SPÖ-Vorsitzenden Michael Häupl. "Der eine ist mehr ruhiger, der andere ist mehr lauter, der eine ist mehr introvertiert, der andere ist mehr extrovertiert. Das ist ja auch gut so. Alle Menschen sind verschieden, da kann man sich dann entscheiden," so der noch amtierende Bürgermeister über die potentiellen zukünftigen Stadtoberhäupter. Beide Kandidaten haben also ihre Vorzüge. Doch welche Fähigkeiten soll der zukünftige Bürgermeister abseits von politischem Geschick besitzen?

Der frühe Vogel fängt den Wurm! Oder nicht?

Sollte ein Bürgermeister ein früher Vogel oder doch lieber eine Nachteule sein? Am besten beides. Spätestens um 8 Uhr findet sich der amtierende Bürgermeister im Rathaus ein. Je nach Termin kann dies aber auch gerne früher sein. Dies heißt nicht, dass er dann Früher Feierabend hat. Im Gegenteil: Viele Events am Abend sind Pflicht. Dazu gehören nicht nur große Veranstaltungen wie der Opernball sondern auch zahlreiche kleine Eröffnungen und Feste.

Kulinarisch flexibel

Der zukünftige Bürgermeister sollte bei der Wahl seines Mittagessens nicht zu pingelig sein. Oft bleibt dafür kaum Zeit und eine Kantine gibt es im Rathaus auch nicht. Für Häupl muss da auch mal die Wurstsemmel zu Mittag her. Sein Lieblingsessen – Fleischlaberl mit Erdäpfelpüree – ist im Rathaus wohl eher eine Seltenheit.

Liebe zum Wiener Wein

Das Häupl dem ein oder anderen Glas Wein gegenüber nicht abgeneigt ist, ist kein Geheimnis. Der Sager „Man bringe den Spritzwein“ zur Besiegelung des Koalitionsabkommen mit den Grünen ist schnell zum Klassiker unter den Häupl-Sprüchen geworden. Auch wenn der zukünftige Bürgermeister nicht unbedingt genauso trinkfest sein muss, schadet ein wenig Zuneigung zum Wiener Wein sicherlich nicht. Gerade bei den zahllosen Abendveranstaltungen bekommt man diesen sicher häufig in die Hand gedrückt.

Ordentliches Sitzfleisch

Nicht nur von Termin zu Termin hetzen gehört zur Berufsbeschreibung des Wiener Bürgermeisters, sondern auch lange an einem Platz sitzen. Sitzungen im Rathaus können von einer halben bis zu fünf Stunden dauern. Ganze Tagessitzungen fordern dann besonderes Sitzfleisch.

Durchhaltevermögen

Häupl gehört zu den am längsten amtierenden Wiener Bürgermeistern. Um einen Vorgänger zu finden, der wenigstens annähernd so lange im Amt war, muss man bis ins 19. Jahrhundert zurück gehen: Stephan Edler von Wohlleben kam auf immerhin 19 Jahre (1804-1823). Es ist also kein Wunder, dass Häupl gegenüber dem ORF „Ausdauer“ als seine Stärke bezeichnet.

Der perfekte Entertainer

Häupl hat es Bewiesen: Sprüche klopfen kommt gut an. Mit einer Zitatsammlung des amtierenden Bürgermeisters können Buchbände gefüllt werden. Und so wundert seine Aussage aus dem Jahr 2012 auch nicht: „Die Politiker von morgen werden eher trockene Managertypen. Wir Entertainer sterben aus“. Man darf gespannt sein wie viel Entertainer in seinen Nachfolgern steckt oder ob es sich doch eher um Manager handelt. Bis jetzt konnten sie noch nicht mit vergleichsweise vielen Sprüchen auf sich aufmerksam machen. Aber das kann ja noch kommen.

„Ich bin Bürgermeister, nicht Gott“

Grundsätzlich sollte der Bürgermeister eine eierlegende Wollmilchsau sein. Was Häupl davon hält verkündete er 2009: „Ich bin Bürgermeister, nicht Gott“. Alles kann ein Bürgermeister also nicht regeln. Dafür, dass er wenigstens versucht alles unter einen Hut zu bekommen, wird er mit einem Gehalt von über 17.000 Euro brutto belohnt. Fallweise stellt die Stadt Wien ihrem Bürgermeister eine Dienstwohnung zur Verfügung. In der Vergangenheit war diese zumeist im Rathaus. Richard Weiskirchner machte es sich Anfang des 20. Jahrhunderts in Schloss Schönbrunn gemütlich.