Häupl-Nachfolge von

Ludwig und Schieder
stellten sich Hearing

Hearing könnte wahlentscheidend sein

Häupl-Nachfolge - Ludwig und Schieder
stellten sich Hearing © Bild: APA/GEORG HOCHMUTH

Die entscheidende Phase im Match um den Chefposten in der Wiener SPÖ ist eingeläutet: Eineinhalb Wochen vor der Entscheidung, am Dienstagabend, stellten sich die beiden Aspiranten, Wohnbaustadtrat Michael Ludwig und der geschäftsführende Parlamentsklubchef Andreas Schieder, in einem ersten Hearing den Delegierten. Beide Kandidaten versprühten vor Beginn Vorfreude.

Die Veranstaltung im Odeon-Theater in der Leopoldstadt begann um 18.00 Uhr. Eingeladen waren alle 981 Delegierten, die am 27. Jänner Ludwig oder Schieder zum Nachfolger von Michael Häupl wählen werden. Damit sich die Stimmberechtigten im Vorfeld des wichtigen Landesparteitags ein Bild von den Bewerbern machen können, tüftelte die SPÖ das Hearing-Format aus. Dort sollen Ludwig und Schieder den Genossen Rede und Antwort stehen. Fragen konnten schon im Vorfeld per Mail gestellt werden, für das heutige Event stehen allein 80 am Programm.

Ludwig und Schieder voller Vorfreude

Ludwig fand sich als erster im Foyer ein. "Ich freue mich auf die inhaltliche Gesprächsrunde", versicherte er den wartenden Journalisten. Vorbereitet habe er sich nicht wirklich, es werde wohl kaum Fragen geben, die ihn überraschen, führte er seine lange kommunalpolitische Erfahrung ins Treffen. Er wolle die Partei öffnen und Wien gegen die "reaktionäre Bundesregierung" in Stellung bringen. Dass Häupl nicht ihn, sondern Schieder favorisiere, wollte er so nicht sehen. Er habe schließlich der Partei keinen der beiden Kandidaten vorgeschlagen.

Auch Schieder zeigte sich mit Blick auf den "Ideenwettbewerb", der keinesfalls eine "Schlammschlacht" sei, motiviert und nannte ebenfalls die Bewahrung Wiens vor schwarz-blauen Angriffen als wichtigen Aspekt. "Ich will die Wiener SPÖ zu einer modernen Partei machen, die nicht nur gut, sondern sehr gut bei der Wien-Wahl 2020 abschneidet - bis hin zur Absoluten", steckte sich der Ludwig-Konkurrent hohe Ziele.

Neben Bildungsstadtrat Jürgen Czernohorszky und Gesundheitsstadträtin Sandra Frauenberger kam auch Finanzstadträtin Renate Brauner zum Event. Sie machte aus ihrer Unterstützung für Schieder einmal mehr kein Hehl, sei aber aus Interesse an den Antworten der beiden auf die Fragen der Delegierten gekommen.

Hearings könnten entscheidend sein

Da sich bisher kein eindeutiger Favorit im Rennen um die Häupl-Nachfolge abgezeichnet hat, könnten die Hearings durchaus wahlentscheidend sein. Das heutige Treffen war für zwei Stunden anberaumt und fand hinter verschlossenen Türen und somit ohne Beisein von Medien statt. Selbiges gilt für den zweiten Termin, der am Samstagvormittag ebenfalls im Odeon stattfindet und für all jene Interessierten gedacht ist, die am Auftaktabend keine Zeit hatten.

Noch-SPÖ-Chef Häupl zieht sich am 27. Jänner nach rund 25 Jahren vom Parteivorsitz zurück. Bürgermeister bleibt er noch eine Zeit lang - eventuell bis zum Sommer. Erst dann wird die neue rote Nummer Eins auch das Bürgermeisteramt bekleiden können.

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