Häufung von Selbstmorden bei Wiener Polizei: Fünf Fälle in letzten drei Monaten

Mahrer: Kein Hinweis auf dienstlichen Zusammenhang Dennoch wurden jetzt Untersuchungen eingeleitet

Fünf Wiener Polizeibeamte haben in den vergangenen drei Monaten Selbstmord begangen. Zuletzt habe sich ein erst 23-jähriger Inspektor am 3. Februar mit einem Schuss in den Kopf das Leben genommen,. Generalmajor Karl Mahrer, amtsführender Landespolizeikommandant, bestätigte den Bericht einer Tageszeitung. Alle Selbstmorde der Männer im Alter von 23, 44, 46, 48 und ca. 50 Jahren hätten um den Jahreswechsel herum statt gefunden, sagte Mahrer zur APA.

Der "Kurier" berichtete nun von diesen Fällen. Es gebe bei keinem Fall Hinweise auf einen dienstlichen Zusammenhang, erklärte Mahrer. "Bei allen scheint ein privater Zusammenhang nahe liegend." Da eine Verbindung zur Arbeit jedoch nicht völlig ausgeschlossen werden könne, soll eine Bewertung der Fälle vorgenommen werden. Bereits Mitte Jänner - noch vor dem fünften Todesfall - habe er eine Analyse der Fälle in Auftrag gegeben. In den nächsten Tagen soll gemeinsam mit der Polizeigewerkschaft, Psychologen aus den Innenministerium und anderen Experten eine Besprechung stattfinden.

Laut "Kurier" griffen drei Männer zur Schusswaffe, einer der Männer erhängte sich, der fünfte warf sich vor einen Zug. Drei der Polizeibeamte hätten sich in den letzten Wochen des Vorjahres das Leben genommen, berichtete Mahrer. Die anderen beiden starben im Jänner bzw. Februar. Gerüchte aus Polizeikreisen, in denen von bis zu neun Selbstmorden seit der Weihnachtszeit die Rede ist, wies der Landespolizeikommandant zurück.

Auffällig sei nicht die Zahl der Selbstmorde, sondern die zeitliche Nähe, erklärte Mahrer. In den Jahren 1999 und 1994 habe es sechs bzw. fünf Selbstmorde gegeben. 1993 wählten vier Polizisten den Freitod, im Jahr 2000 starben drei Beamte. 2005, 2004 und 2001 nahm sich je ein Kriminalist das Leben.

(apa/red)