Hackerangriff von

Anonymous wieder da

Aus Rache: Website des französischen Präsdialamtes wurde attackiert

Hackerangriff - Anonymous wieder da © Bild: APA/Fohringer

Die Website des französischen Präsidialamtes ist das nächste Opfer der Hackergruppe Anonymous. Offenbar aus Rache für die Schließung des Online-Speicherdiensts Megaupload in den USA hat wurde die Seite angegriffen. Am Ende der Adresszeile auf der Internetseite des Elysée-Palastes waren Sprüche zu lesen, etwa der Anonymous-Slogan "We Are Legion" ("Wir sind eine Heerschar"), wie auf Screenshots im Internet zu sehen war.

Auch andere Sprüche wie "Die lächerlichste Präsidentschaft der Geschichte" waren in englischer Sprache eingefügt. Am Abend war die Website wieder in ihrer normalen Fassung zu sehen. Frankreichs Präsident Sarkozy hatte in der Nacht auf Freitag die Schließung von Megaupload.com, eines der weltgrößten Online-Speicherdienste, durch die US-Behörden begrüßt. Das Vorgehen gegen Megaupload ist Teil des Kampfes gegen die Internetpiraterie.

Anonymous hatte bereits kurz nach Bekanntwerden der Sperrung von Megaupload am Donnerstag in den USA Rache geübt: Die Hacker legten die Internetauftritte des US-Justizministeriums, des Konzerns Universal Music sowie des Verbandes der US-Musikindustrie für mehrere Stunden lahm.

Die US-Behörden haben im Zusammenhang mit Megaupload den deutschen Internetunternehmer Kim Schmitz sowie zwei weitere Deutsche und einen Niederländer in Neuseeland verhaften lassen. Drei weitere Verdächtige, darunter ein weiterer Deutscher, sind flüchtig. Die sieben Angeklagten sollen im Netz Umschlagplätze für Raubkopien betrieben haben, wodurch nach US-Behördenangaben ein Schaden von über einer halben Milliarde Dollar entstand.