Haben USA Milliarden Dollar verschwendet? Angebliche "Erfolgsprojekte" im Irak Pleiten

Sieben von acht Projekten im verheerenden Zustand Schlechte Wartung, Nachlässigkeit und Diebstähle

Sieben von acht angeblichen US-Erfolgsprojekten beim Wiederaufbau im Irak sind einem Bericht der "New York Times" in einem verheerenden Zustand. Die offiziellen Stichproben weckten die Befürchtung, dass im Irak Milliarden Dollar verschwendet worden seien, so die Zeitung unter Berufung auf einen Bericht von US-Inspektoren.

Viele neue Gebäude und technische Anlagen seien in einem äußerst schlechten Zustand oder würden von niemandem genutzt. Erstaunlicherweise seien die Ursachen kaum Sabotage oder terroristische Anschläge. Vor allem mangelhafte Arbeiten, schlechte Wartung, Nachlässigkeit oder Diebstahl seien schuld an dem miserablen Zustand der Projekte.

"Diese ersten Inspektionen zeigen, dass die Bedenken berechtigt sind, die wir und andere über die Maßnahmen der Iraker zur Aufrechterhaltung unserer Investitionen hatten", zitierte die Zeitung den US-Generalinspektor für den Wiederaufbau, Stuart Bowen. Zwar hat die US-Regierung schon mehrfach zugegeben, dass Wiederaufbauprojekte gescheitert seien - aber in den untersuchten Fällen handle es sich um Projekte, die angeblich gut funktionierten, berichtete die Zeitung.

So sei ein Großteil der Strom-Generatoren des internationalen Flughafens von Bagdad im Werte von 11,8 Millionen Dollar (8,6 Millionen Euro) nicht mehr in Betrieb. In einer Geburtsklinik in Arbil in Nordirak wurde demnach die Anlagen für Trinkwasseraufbereitung und zur Verbrennung der medizinische Abfälle überhaupt nicht genutzt. Deshalb seien Abflussrohre mit Verbandsmaterial und Spritzen verstopft gewesen, was letztendlich die Wasserversorgung bedrohe. Nur eine Polizeistation in Mossul entpuppte sich bei den acht Stichproben als voll funktionierend.

Die untersuchten Projekte haben dem Bericht zufolge zusammen 150 Millionen Dollar gekostet. Insgesamt haben die USA über 30 Milliarden Dolar für die Aufbauhilfe im Irak investiert. (apa/red)