"Habe meine Hausaufgaben erledigt":
Schlierenzauer ist bereit für die Tournee

ÖSV-Star fehlt noch Tour-Triumph auf Erfolgsliste Morgenstern will wieder einmal ganz oben stehen

"Habe meine Hausaufgaben erledigt":
Schlierenzauer ist bereit für die Tournee © Bild: Reuters

Gregor Schlierenzauer und Simon Ammann waren es vor einem Jahr und sie sind es wieder: Die Top-Favoriten für die nun 58. Auflage der Vierschanzen-Tournee. Doch in der vergangenen Saison war Wolfgang Loitzl der lachende Dritte und holte den Saisonhöhepunkt als erster Österreicher neun Jahre nach Andreas Widhölzl. Schlierenzauer, Ammann und auch Thomas Morgenstern fehlt der Titel Tourneesieger noch auf ihrer Erfolgsliste.

Der 26-fache Weltcupsieger Schlierenzauer ist erst 19 und will sich weder selbst Druck machen, noch machen lassen. "Ich habe überhaupt keinen Druck, weil ich hoffentlich noch zehn Tourneen springen darf und irgendwann wird es schon hinhauen", gibt sich der Tiroler locker. "Die Hausaufgaben habe ich heuer sicher wieder alle erledigt. Mein Ziel ist es, acht tolle Sprünge zu machen. Und wenn ich dann Zwölfter werde, dann waren eben elf Springer besser."

Schlierenzauer freue sich "irrsinnig" auf die Tournee, für die es seiner Meinung nach aber weit mehr Favoriten gibt. "Wenn man sich den Gesamt-Weltcup anschaut: Die ersten Fünf bis Acht sind sehr stark, für mich persönlich kommen fast zehn Springer in Frage, die jederzeit ganz oben stehen können." Schlierenzauer spricht von gestiegenem Niveau und "sehr dünner Luft da oben". Wie man auch bei der vergangenen Tournee gesehen habe, müsse sehr viel zusammenpassen. "Es muss ein bisserl passieren."

Morgenstern will wieder nach oben
Passieren muss es auch bei Thomas Morgenstern, der noch ein wenig kleinere Brötchen bäckt. Er wartet schon seit 8. Februar 2008 (Liberec) auf seinen (13.) Weltcupsieg. Darum kümmern den Kärntner vorerst die Saisonhöhepunkte nicht vorrangig. "Das Hauptziel ist nicht unbedingt ein Highlight dieses Jahr, sondern eigentlich den Weg zu finden, um wieder einmal ganz oben zu stehen", meint der Kärntner.

Auch 2006 sei es vor Beginn der Olympiasaison nicht sein Ziel gewesen, Olympiasieger zu werden. "Ich wollte ganz vorne dabei sein, und das möchte ich auch heuer wieder. Ich will auch in Kanada natürlich wieder um Medaillen mitkämpfen. Die Tournee liegt auf dem Weg dorthin."

Der Weg ist in diesem Fall nicht das Ziel. Morgenstern fühlt sich noch nicht in der Verfassung, "so mir nix, dir nix" die Tournee zu gewinnen. "Ich befinde mich noch auf dem Weg, aber das Ziel ist nicht mehr weit entfernt. Es geht bergauf, die Freude ist wieder da."

Ganz locker kann es der Titelverteidiger Loitzl sehen, der schon gemeint hat, dass ihm ein Tourneesieg eigentlich reicht. Ihm fehlt in seiner Karriere die Olympia-Einzelmedaille, die Morgenstern schon hat. "Es wäre eine blöde Floskel, wenn ich jetzt sagen würde, mir ist heuer nur eine olympische Medaille wichtig. Wenn ich es mir aussuchen kann, dann möchte ich überall ein bisserl etwas haben vom Kuchen", sagt der Steirer.

(apa/red)