H.C. Strache im networld.at-Wahlchat: FPÖ- Chef fordert erneut "Zuwanderungs-Stopp"

Blauer Spitzenkandidat will "Los von Brüssel"-Motto Wahlziel von Strache: "Wollen 10 Prozent erreichen"

H.C. Strache im networld.at-Wahlchat: FPÖ- Chef fordert erneut "Zuwanderungs-Stopp"

In der vierten Runde der Networld-Wahlchats stand FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache den Usern Rede und Antwort. Der blaue Spitzenkandidat sprach sich dabei für eine "Los von Brüssel"-Bewegung und ein föderales Europa aus. Außerdem skizzierte Strache sein Idealbild von Österreich, das sich vor allem aus den Eckpfeilern "Zuwanderungs-Stopp", "gentechnikfreies und atomfreies Österreich" sowie EU-Beitritt der Türkei "verhindern" zusammensetzt. Als Ziel für die Nationalratswahl nannte der FPÖ-Chef ein zweistelliges Ergebnis ("10 Prozent"). Auf Grund von Angriffen auf die Server musste der Chat vorzeitig beendet werden. Heinz-Christian Strache hat allerdings noch mehrere Fragen, die nicht mehr behandelt werden konnten, im Nachhinein beantwortet. Diese können hier nun nachgelesen werden.

H.C. Strache: Ich darf alle User recht herzlich begrüßen!

Gast307: Herr Strache, was halten Sie eigentlich von "Wir halten zam'" von Peter Westenthaler. Sozusagen dem Pendant vom HC Rap?
H.C. Strache: Nicht viel. Aber da sollen sich die Hörer ihr eigenes Urteil bilden. Ich habe die Freiheit der Kunst aus politischer Sicht einmal in Anspruch genommen, um in ähnlichen Worten Farkas' zu verbleiben, hört Euch das einmal an unter www.hcstrache.at. Ohne Steuergelder möglich gemacht.

petrwien: Herr Strache was haben Sie eigentlich gegen die Europäische Union?
H.C. Strache: Ich selbst stehe für ein europäisches Friedensprojekt. Muss jedoch feststellen, dass sich diese Europäische Union in eine fehlgeleitete Richtung entwickelt. Nämlich in Richtung Globalisierungswahn, Zentralismus und militärische Angriffsallianz. Das lehnen ich und die FPÖ ab. Wir wollen ein föderales Europa. Wollen die Neutralität für Österreich bewahren und wollen kein Diktat aus Brüssel. Es braucht daher mit der FPÖ eine "Los von Brüssel"-Bewegung!

communista: Herr Strache, bei welcher Prozentmarke liegt Ihr erklärtes Wahlziel?
H.C. Strache: Ich und die FPÖ wollen die prozentuelle Zweistelligkeit, sprich 10 Prozent erreichen. Je höher desto besser. Denn nur dann werden österreichische Interessen wieder mehr Gehör finden.

dav: HC, wie schaut die FPÖ in Europa aus? Hat sie Kontakte mit anderen Europäischen Parteien? Wenn ja, mit welchen?
H.C. Strache: Immer mehr Europäer lehnen das fehlentwickelte europäische Unionskonstrukt ab. Selbstverständlich nehmen wir die Bürger und Völker Europas ernst und wollen eine europäische Wahlplattform im Sinne unserer freiheitlichen Ideale möglich machen. Es gibt daher Gespräche mit vielen europäischen Gruppierungen, welche ein Diktat aus Brüssel ablehnen.

Zeitenwende: Herr Strache, was haben Sie vor gegen die Problematik von Ausländern in Grundschulen und Pflichtschulen generell zu unternehmen? Hier in Linz ist die Situation teilweise so, dass teilweise nicht mal mehr ein Viertel österreichischer Herkunft ist?
H.C. Strache: Für alle Kinder, die keine deutschen Grundkenntnisse haben, hat eine Vorschule eingerichtet zu werden, wo deutsche Grundkenntnisse gelehrt werden. Erst dann hat die Aufnahme im Regelschulunterricht zu erfolgen. Die Schülerklassenhöchstzahlen sind auf 25 pro Klasse zu senken, damit können mehr Lehrer angestellt werden, können die Lehrer besser auf die Schüler eingehen und ist das Bildungsniveau wieder anzuheben. Darüber hinaus haben Kinder Nicht-Deutscher-Muttersprache höchstens 30 Prozent in einer Schulklasse nicht zu übersteigen, um Integration und Bildung sicherzustellen.

Das_Dritte_Lager: HC, wird die FPÖ noch Unternehmungen tätigen, um gegen den BZÖ-Zusatz "Die Freiheitlichen" auf dem Wahlzettel vorzugehen?
H.C. Strache: Es ist unfassbar, das diese Bundesregierung unter ÖVP-Kanzler, der ÖVP-Innenministerin und die Bundeswahlbehörde das Urteil eines unabhängigen österreichischen Gerichts negiert und letztlich mit Füßen tritt. Dies ist offensichtliche Wählertäuschung! Trotzdem nur die FPÖ den Namen Freiheitlich verwenden darf, setzt man sich in der Bundeswahlbehörde darüber hinweg und druckt auf dem Stimmzettel auch bei einer anderen Partei den Zusatznahmen "Die Freiheitlichen".

linthia: Herr Strache - was wäre eigentlich Ihre Traumvorstellung von Österreich? Beschreiben Sie mir bitte, was Sie alles durchsetzen würden, gesetzt den Fall, Sie könnten es, und skizzieren Sie ein "ideales Östereich"! Danke
H.C. Strache: Zuwanderungs-Stopp, um Integration und Heimat sicherzustellen. Ein souveränes und neutrales Österreich bewahren. Ein gentechnikfreies und atomfreies Österreich sicherstellen. Die landwirtschaftliche Unabhängigkeit und Ernährungsfähigkeit garantieren. Den Beitritt der Türkei zur EU verhindern.

Stellungnahme von Heinz-Christian Strache:
Auf Grund massiver technischer Angriffe von außen war es mir leider nicht möglich, die vielen interessanten Fragen im News Networld-Chat zu beantworten. Das ist nicht nur schade, es zeigt auch, daß es leider Menschen gibt, die von Meinungsfreiheit und politischer Kultur nicht viel halten. Ich danke Ihnen jedoch für Ihr reges Interesse und hoffe, daß wir in Zukunft die Chance haben werden, die Diskussion noch weiter zu führen! HC Strache.

Folgende Fragen wurden im Chat bzw. per Mail gestellt und wurden von H.-C. Strache im Nachhinein beantwortet:

Weltenbummler : Sie fordern Kopftuch-Verbot auf öffentlichen Plätzen – Wien muss also doch Istanbul werden? Dort ist das Tragen von Köpftüchern auf Unis etc. nämlich auch verboten.
H.C. Strache: Ich denke, daß Kirche und Staat strikt getrennt werden müssen. Das Kopftuch gilt ja nicht nur als Kopfbedeckung sondern auch als politische Demonstration. Dementsprechend hat es in öffentlichen Gebäuden nichts verloren. In der Türkei ist das sehr gut geregelt.

Andreas Gutl: Was halten Sie von "rauchfreien Lokalen", dh Raucher vor die Türe, zum Schutze der Nichtraucher.
H.C. Strache: Ich bin kein Freund von generellen Verboten, bin allerdings der Meinung, daß es auch Nichtraucherlokale geben muß. Das generelle Rauchverbot lehne ich ab!

RolSMS : Was sagen Sie zu den Reaktionen des Islams auf die Papstrede in Bayern?
H.C. Strache: Die Reaktionen, beginnend vom verbrennen von Papstpuppen bis hin zu Mordaufrufen, zeigt, daß die Kritik am Islam berechtigt ist. Der Papst hat im übrigen mehrmals klargestellt, daß es ihm nicht darum ging den Islam zu verurteilen. Er hat lediglich Aussagen eines byzantinischen Kaisers zitiert, denen zufolge der Prophet Mohammed "nur Schlechtes und Inhumanes" in die Welt gebracht habe.

Franziska : In Ihrem Wahlprogramm lehnen Sie die Abschaffung der Sonntagsruhe oder die Ausdehnung der Wochenarbeitszeit "bei gleichem Lohn oder Gehalt" ab. Heißt das, dass Sie sich die Abschaffung der Sonntagsruhe vorstellen können, wenn für Sonntagsdienste mehr gezahlt wird?
H.C. Strache: Nein, die Sonntagsarbeit wird von uns generell abgelehnt! Wenn die Wochenarbeitszeit erhöht wird bzw. erhöht werden muß, so kann das nur mit einer entsprechenden finanziellen Abgeltung passieren. Hier einfach die Kollektivverträge anzupassen wird sicher nicht unsere Zustimmung finden

knochen : Was sagen Sie zum Wahlerfolg der NPD in Deutschland?
H.C. Strache: Der Wahlerfolg der NPD zeigt, daß in manchen Teilen Deutschlands die Lösungskompetenz der Demokratie und der etablierten politischen Parteien in Frage gestellt werden. Es wäre klug dieses Warnsignal ernst zu nehmen und die bisherige Form der Politik zu überdenken! Sonst wird man noch mehr Wahlergebnisse wie diese erleben!

Manfred_B_Stuerzt: Würden Sie mit Jörg Haider ein Bier trinken gehen?
H.C. Strache: Nein!

schlumpf0815: Herr Strache, sind Sie für einen EU-Austritt? H.C. Strache: Derzeit noch nicht! Weil ich den Glauben noch nicht verloren habe, daß es in Europa noch Reformkräfte gibt. Faktum ist jedoch, daß dieses Europa am Willen der Europäer vorbeiagiert. Wenn die Entwicklung so weiter geht, dann wird sich diese EU bald überlebt haben. Ich stehe für ein föderales Europa, ein Europa der Vaterländer und nicht für einen „Super-EU-Staat“, der sich in weiterer Folge wie die USA entwickelt. Das kann es nicht sein!

Gast23 : Herr Strache was halten Sie von dem jetzigen Schulsystem unter der Leitung von Frau Ministerin Gehrer?
H.C. Strache: Das österreichische Schulsystem krankt an Haupt und Gliedern. Ich will damit sagen, daß wir in den vergangenen 30 Jahren von einer Pfusch-Regelung zur nächsten gestolpert sind. Ein Schulversuch da, ein bißchen nachbessern dort…so kann es nicht gehen. Eine unserer großen Initiativen wird daher in der nächsten Gesetzgebungsperiode ein Schulreformdialog sein, an dessen Ende in neues Schulsystem aus einem Guß stehen soll. Gehrer hätte das schon lange tun können, sie ist jedoch die falsche Frau am falschen Platz.

Gast11 : Was halten Sie eigentlich von den Sagern von Veit Schalle?
H.C. Strache: Gar nichts! Er steht damit in bester Tradition eines Jörg Haider!

adffss : Hr. Strache: Würden sie ggfs. eine rot/grüne Koalition unterstützen um Schüssel als Bundeskanzler zu verhindern?
H.C. Strache: Nein! Rot-Grün ist als Modell in Deutschland gescheitert und findet daher auch meine Unterstützung nicht. Rot-Grün bedeutet: Massenzuwanderung, Drogenfreigabe und maximale Belastung des Individualverkehrs! Nicht mit uns!

Gast11: Schwebt ihnen wie ihrem Steirischen FPÖ-Kollegen, der im Bezirk Fürstenfeld antritt, auch eine Art Rechter Block in Europa vor? H.C. Strache: Es gibt die europäischen Sozialisten, es gibt die Fraktion der christlich-sozialen und auch die europäischen Grünen. Ich denke, daß auch die Rechtsparteien im EU-Parlament eine eigene Fraktion bilden sollten!

mark019 : Herr Strache, mit welcher Partei käme eine Koalition auf keinen Fall in Frage?
H.C. Strache: Ich schließe prinzipiell niemanden aus, derzeit ist es jedoch so, daß die Programme der anderen Parteien mit dem unseren nicht kompatibel sind. Erst wenn sich die anderen Parteien bewegen, dann kann man auch auf unsere Unterstützung hoffen.

Manfred_B_Stuerzt: Würden Sie nicht doch nachgeben, falls Schüssel Ihnen den Vizekanzler anbieten würde?
H.C. Strache: Nein! Antwort siehe oben!

Gast1: Sehr geehrter Herr Strache: Was halten sie von der Privatisierung des Arbeitsmarktservices?
H.C. Strache: Das AMS verwaltet derzeit die Arbeitslosen, die Effizienz ist sehr in Frage zu stellen. Ich bin überhaupt der Meinung, daß die derzeitige Taktik der Abschiebens von Arbeitslosen in irgendwelche Kurse sehr fragwürdig ist. Ob die Privatisierung oder eine Unstrukturierung der beste Weg sind, wird von uns derzeit genau untersucht!