Gute bäuerliche Unfallstatistik verblasen: Sturmschäden durch Kyrill bereiten Sorgen

Vermehrt anfallende Waldarbeiten durch Totholz Deutliche Steigerung bei Zahl der Opfer erwartet

Gute bäuerliche Unfallstatistik verblasen: Sturmschäden durch Kyrill bereiten Sorgen

Der Wintersturm Kyrill dürfte die gute Unfallstatistik der Bauern heuer kräftig verblasen. Während die Zahl der Opfer in den vergangenen Jahren deutlich zurückgegangen ist, wird für 2007 eine Steigerung befürchtet. Grund sind die vermehrt anfallenden Waldarbeiten. Nach dem Orkan im Jänner müssen Sturmschäden beseitigt und Totholz aus dem Wald geholt werden.

2006 forderten land- und forstwirtschaftliche Unfälle österreichweit 72 Tote. Das geht aus der Statistik der Sozialversicherungsanstalt der Bauern (SVB) hervor. Gegenüber dem Jahr zuvor ist diese Zahl um drei gesunken. Es sei anzunehmen, dass es heuer wieder mehr Opfer geben werde, so Direktor Josef Striegl von der SVB in Oberösterreich. Eine vorläufige Statistik für das Jahr 2007 liegt bei der SVB noch nicht auf.

Insgesamt haben sich im Jahr 2006 etwas mehr als 5.200 bäuerliche Arbeitsunfälle ereignet - das waren 105 weniger als 2005. Generell weist die Statistik im langjährigen Vergleich einen sehr positiven Trend auf: Seit 1980 ist die Zahl der Unfälle um 76 Prozent gesunken. Das sieht man bei der SVB einerseits in einem Rückgang der bäuerlichen Erwerbsbevölkerung begründet, zum anderen aber auch in gestiegenem Gefahrenbewusstsein und sichererer Landtechnik.

Mit Abstand häufigste Unglücksursache sind Stürze. Im Vorjahr machten sie knapp 40 Prozent der Unfälle aus. Weitere Gefahrenquellen: 750 Bauern wurden von Tieren verletzt, rund 670 von herabfallenden Gegenständen getroffen und gut 500 verunglückten beim Umgang mit Maschinen. Die überwiegende Mehrheit der Opfer - rund 70 Prozent der Verletzten und 89 Prozent der Toten - waren männlich. Ein knappes Viertel der Verletzten und 38 Prozent der Todesopfer waren über 60 Jahre alt. (apa)