Gut geschützt vor totalem Daten-Chaos:
FORMAT über die neuen Trends bei Backups

Zweistufige Sicherungen in Kürze schon Standard Automatisierung löst Zeiten manuellen Speicherns ab

Gut geschützt vor totalem Daten-Chaos:
FORMAT über die neuen Trends bei Backups © Bild: FORMAT/Bokmeier

Was früher meist nur für Großfirmen galt, ist heute auch bei kleineren Betrieben Realität: Wenn die IT steht, steht das Geschäft. Eine Diskussion, wie wichtig im Fall der Fälle ein Notfallplan und eine funktionierende Datensicherung sind, erübrigt sich daher - sollte man meinen. Aber die geübte Praxis bei vielen KMUs straft diese These Lügen.

Firmen ganz ohne Backup findet man glücklicherweise nicht mehr, aber nicht wenige haben eines, das so gut ist wie keines. In unkoordiniert gewachsenen IT-Infrastrukturen hat jeder Server eine eigene Datensicherung mit Bandlaufwerk. In Ermangelung von EDV-Personal ist irgendein Mitarbeiter damit betraut, jeden Abend die Bänder zu wechseln. Wenn der vergesslich, im Stress oder unwillig ist, macht er im Nachhinein trotzdem sein Krakserl auf einer schludrig geführten Papierliste. Urlaubs- oder Krankenstandsvertretungen sind schlecht bis gar nicht geregelt. Alles hervorragende Zutaten für einen unübersichtlichen Bandsalat.

"Beim händischen Sichern gibt es immer Probleme", so Klinglhubers Fazit. Zentrale, automatisierte Backup-Lösungen seien für KMUs nicht nur sinnvoll, sondern mittlerweile auch erschwinglich. Gesichert wird an einem Punkt über eine zentrale Backup-Software, die übers Netzwerk auf die zu sichernden Server, Clients und Datenbanken zugreift und die Daten auch gleich auf ihre Integrität überprüft. Eine KMU-taugliche Software sollte einen Rundumschutz bieten, möglichst einfach zu handhaben sein und alle in der Firma verwendeten Betriebssysteme unterstützen. Die Software spielt die Backup-Daten auf einen Bandroboter aus, der mit einem Greifarm immer zum richtigen Zeitpunkt die richtige Kassette ins Laufwerk schiebt. Aber eigentlich sind auch Sicherungen direkt aufs Band nicht mehr ganz zeitgemäß.

Dazu Bernhard Reis, Produktmanager Storage bei HP: "Der Trend geht Richtung zweistufige Sicherung. Die Backups werden zunächst auf Festplattenspeicher geschrieben und erst später auf die Bandsicherung ausgelagert." Dadurch verkürzen sich die Backupzeiten, und kürzlich gesicherte Daten können von der Disk im Handumdrehen wiederhergestellt werden.

Auch der Aufbau eigener Speichernetzwerke ist kein Luxus mehr, den sich nur Großunternehmen leisten können. Vor allem, wenn die zu sichernde Datenmenge sehr groß ist, sind solche "SAN"- oder "NAS"-Lösungen sinnvoll, weil sie das normale IP-Netzwerk der Firma entlasten. Das Pharmaunternehmen Pfizer, das in Österreich 200 Mitarbeiter beschäftigt, hat mit Unterstützung von ACP mehrere verteilte Backup-Systeme auf eine zentrale, Speichernetz-basierende Lösung konsolidiert.

Vor einer Lösungsentscheidung sollte jedenfalls der Bedarf analysiert und eine Backup-Strategie entworfen werden. Da-zu Klinglhuber: "Backup/Recovery ist primär ein organisatorisches Thema. Welche Daten muss ich wie oft sichern, welche überhaupt gleich revisionssicher archivieren?" HP-Experte Reis ergänzt: "Entscheidend ist auch, welche Daten ich wie schnell wieder verfügbar haben muss. Wenn es um die Lieferscheine für die Lkws an der Laderampe geht, sollte es nicht länger als eine halbe Stunde dauern."

Troger rät zu einem möglichst differenzierten Backup-Konzept: "Man braucht nicht für alle Daten eine 100-Prozent-Lösung. Sonst wird es teuer. Wichtig ist auch, das Backup laufend an geänderte Geschäftserfordernisse anzupassen." Übrigens: Auch Desktops und Notebooks sollten in der Strategie nicht vergessen werden. Denn noch immer sind viele wichtige Daten lokal gespeichert, und Laptops werden heutzutage ungefähr so häufig gestohlen wie Feuerzeuge.

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