Gusenbauer goes USA: Kanzler betont gegenüber Bush Wichtigkeit des Klimaschutzes

USA sollen sich Bali-Prozess vollinhaltlich anschließen Kanzler führte auch Gespräche mit Clinton und Gore

Im Rahmen seiner einwöchigen USA-Reise ist Bundeskanzler Alfred Gusenbauer (S) mit US-Präsident George W. Bush, dessen Vorgänger Bill Clinton und dem ehemaligen Vizepräsidenten Al Gore zusammengetroffen. Bei einem von Bush gegebenen Empfang für Staats- und Regierungschefs im Waldorf Astoria Hotel habe der Bundeskanzler den amerikanischen Präsidenten nochmals persönlich darauf hingewiesen, wie wichtig eine gemeinsame europäisch-amerikanische Führungsarbeit in der globalen Klimakrise sei, sagte ein Gusenbauer-Mitarbeiter. Die USA müsse sich eindeutiger als bisher zu einem internationalen Weg bekennen und sich vollinhaltlich dem Bali-Prozess anschließen.

Die internationale Staatengemeinschaft warte nun auf die USA, die einer der Hauptverursacher der Klimaprobleme sei. Es gebe in der UNO ein starkes Bedürfnis nach einer kooperativen Führungsrolle der Vereinigten Staaten, zitierte der Gusenbauer-Mitarbeiter den Kanzler. Bush habe bei dem in "professioneller Atmosphäre" geführten Gespräch erwartungsgemäß keine Zusage zu solchen Schritten abgegeben, wie sie übrigens der ehemalige US-Vizepräsident und nunmehrige prominente Umweltschützer Al Gore immer wieder gefordert hatte.

Weitere Charity-Projekte mit Clinton
Gusenbauer traf dann mit Bushs Amtsvorgänger Bill Clinton zusammen. Anlass war eine Veranstaltung der Clinton Global Initiative zu Themen des Klimaschutzes und der Entwicklungshilfe. Der ehemalige US-Präsident (1992-2000) habe sich noch einmal bei Österreich für die Aids-Life-Charity-Gala in Schönbrun bedankt. Im Mai dieses Jahres hatte Clinton von Life Ball-Organisator Gery Keszler einen Scheck in der Höhe von einer Million Dollar (707.864 Euro) zur Unterstützung des Clinton Foundation HIV/Aids Programme (CHAI) erhalten. Mit Gusenbauer habe Clinton vereinbart, dieses oder ähnliche Projekte auch in Zukunft zu organisieren.

Mehrere Treffen mit Gore
Gleich mehrmals traf Gusenbauer in New York mit Al Gore zusammen, zuerst im Rahmen der UNO-Klimakonferenz und dann bei der Veranstaltung von Bill Clinton. Beide bewerteten den Klimagipfel als "starkes Signal" für die innenpolitische Diskussion in den USA. Gore äußerte sich hoffnungsvoll, dass auch Washington auf den gemeinsamen UNO-Kurs im Sinne einer Nachfolgeregelung für das Kyoto-Abkommen einschwenken wird. Im Dezember sollen auf Bali die Verhandlungen dazu beginnen. Gore sei zuversichtlich, so der Gusenbauer-Mitarbeiter, dass nach einer Einigung der UNO mit den USA gleichsam eine Lawine losgetreten werden könnte und sich auch China und Australien dem Bali-Prozess anschließen werden.

Gusenbauer wird als einer von über 50 Staats- und Regierungschefs weiter an der Konferenz der Clinton Global Initiative teilnehmen, daneben aber auch im UNO-Hauptquartier noch eine Reihe weiterer bilateraler Kurz-Termine wahrnehmen. Der Kanzler und Außenministerin Ursula Plassnik (V) werden auch bei einem Empfang für die in den USA lebenden Auslandsösterreicher im Generalkonsulat erwartet.

(apa/red)