Gusenbauer lädt zum Klimagipfel: Große Runde zu geeigneten Strategien in Hofburg

100 Interessenvertreter diskutieren Klimamaßnahmen Einiges an Kritik bereits im Vorfeld des Treffens

Gusenbauer lädt zum Klimagipfel: Große Runde zu geeigneten Strategien in Hofburg

Eine große Runde zum hitzigen Streit über Klimaschutz wird heute in der Wiener Hofburg zusammentreten: Bundeskanzler Alfred Gusenbauer (S) lädt rund 100 Interessenvertreter und Experten sowie die Opposition in die Redoutensäle, wo gemeinsam über geeignete Maßnahmen zum heimischen Klimaschutz beraten werden soll. Die Forderungen und Positionen im Vorfeld sind allerdings mannigfaltig und reichen von einer Umsetzung der Klimastrategie bis zu einer völligen Neuausrichtung der heimischen Emissionspolitik.

Umweltminister Josef Pröll (V) will nach der massiven Kritik der Industrie an den von der EU-Kommission gekürzten Gratis-Verschmutzungsrechten für die Industrie im Rahmen des Emissionshandels den Verkehr verstärkt in die Pflicht nehmen, um anderen Sektoren nicht die Last der Straßenemissionen aufzubürden. Eine Aufschnürung der eben erst beschlossenen Klimastrategie im Rahmen des Gipfels lehnt der Minister aber weiter ab. Genau dies verlangen allerdings Grüne und die Umweltorganisationen, die das Papier als untauglich sehen und ein eigenes Gesetz fordern.

Kritik kommt auch von der Wissenschaft: Wifo-Ökonom Stefan Schleicher bezweifelt, dass das heimische Kyoto-Ziel mit den von der Regierung beschlossenen Maßnahmen ohne weitere Zertifikatszukäufe im Ausland erreichbar sein wird. Nicht zuletzt sorgt der Gipfel selbst für Zores: Wegen des straffen Programms für die Gäste - pro Redner bleiben nur etwa vier Minuten - und den geplanten Einführungsstatements der Fachminister, des Kanzlers und der Salzburger Landeshauptfrau Gabi Burgstaller (S) befürchten unter anderem die Grünen eine "PR-Show" für die Regierung statt konstruktiver Gespräche.

(apa/red)