Gusenbauer strikt gegen Euro-Zinssenkung: Dafür ist die Inflationsrate "viel zu hoch"

Bundeskanzler sieht in Europa keine Rezessionsgefahr Für 2008 schwächeres Wirtschaftswachstum erwartet

Gusenbauer strikt gegen Euro-Zinssenkung: Dafür ist die Inflationsrate "viel zu hoch"

Strikt gegen eine Zinssenkung im Euroraum hat sich Bundeskanzler Gusenbauer in einem Interview ausgesprochen. Dafür sei die Inflationsrate, die im Dezember bei 3,6 Prozent gelegen sei, "viel zu hoch", betonte der Kanzler am Rande des Weltwirtschaftsforums in Davos. Anders als in den USA gebe es in Europa keine Rezessionsgefahr.

"Wir dürfen trotz Druck keine Zinssenkung durchführen und müssen in der Eurozone wieder zu einer Inflationsrate Richtung zwei Prozent kommen." Auf die Frage, ob er für Österreich eine Verlangsamung des Wachstums befürchte, sagte Gusenbauer im "Standard": "Wir sind besser aufgestellt. Die USA werden unter Umständen eine Rezession haben, Europa nicht. Wir sind unabhängig von den USA, wenn auch nicht völlig abgekoppelt."

Für heuer sei ein schwächeres Wachstum als 2007 prognostiziert, sagte der Kanzler. Die Erwartung der EU-Kommission liege bei 2,7 Prozent, die österreichischen Wirtschaftsforschungsinstitute hätten 2,4 bis 2,5 Prozent vorhergesagt.

Warnungen vor einem verlangsamten Wachstum in Mittelosteuropa kann Gusenbauer "nicht ganz nachvollziehen". Es werde sich nichts daran ändern, dass in Mittel- und Osteuropa die Wachstumsraten doppelt so hoch seien wie in Westeuropa. "Selbst wenn es dort zu einer gewissen Abschwächung kommt, weil Kreditrisiken anders bewertet werden, und sollte es ein Prozent des Bruttoinlandsprodukts kosten, so haben die trotzdem Wachstumsraten jenseits der fünf Prozent. Also nach wie vor hervorragende Investitionsmöglichkeiten."

(apa/red)