Gummiband-Affäre: Salzburg verwundert
über Rücknahme der Sperre von Roland Linz

3:0 Salzburgs vs. Austria vom Strafsenat beglaubigt<br>Zweite Gelbe Karte für Roland Linz aber gestrichen Austria-Manager Kraetschmer: "Nehmen Urteil an"

Gummiband-Affäre: Salzburg verwundert
über Rücknahme der Sperre von Roland Linz

Red Bull Salzburg hat seine "Verwunderung" über die nachträgliche Rücknahme der zweiten gelben Karte gegen Austria-Stürmer Roland Linz geäußert. Der ÖFB-Teamspieler, der auf Grund eines Armbandes am Sonntag ausgeschlossen wurde, ist damit laut Urteil des Strafsenates in Wien gegen Salzburg wieder spielberechtigt. Der Einspruch von Austria gegen die Wertung der 0:3-Niederlage war am Montag nach rund zweistündiger Sitzung vom Strafsenat abgelehnt bzw. das Resultat beglaubigt worden.

Salzburg verwies in einer Aussendung zwar auf eine zurückgenommene Tatsachenentscheidung und eine "Interessenskollision" in der Person von Markus Kraetschmer, der als Austria-Manager und Bundesliga-Aufsichtsrat fungiert, verzichtet aber auf jegliche Berufungen, Einsprüche oder Proteste. "Dies würde dem Ansehen des Sports und des Fußballs im Speziellen schaden."

Die Salzburger waren außerdem um eine Deeskalation der aufgeheizten Stimmung vor dem neuerlichen Duell am kommenden Sonntag bemüht. Austria-Fans hätten sich trotz der angespannten Situation am Wochenende in Salzburg "vorbildlich fair verhalten".

Kraetschmer mit Urteil zufrieden
Austria-Manager Markus Kraetschmer gab sich mit diesem Urteil zufrieden. "Wir haben das akzeptiert, denn es ist für uns ein Teilerfolg. Ein Protest hätte nur einen Gegenprotest nach sich gezogen, das hätte sich sehr lange gezogen." Stürmer Linz war am Sonntag nach einer Gelben Karte wegen Fouls nach 28 Minuten von Schiedsrichter Dietmar Drabek wegen angeblichen Tragens eines Armbandes mit Gelb-Rot vom Feld geschickt worden.

Hickersberger: "Schmuck ist nicht gleich Schmuck"
Doch selbst bei Teamchef Josef Hickersberger sorgte die Entscheidung, "die das Spiel zu Gunsten der Salzburger gedreht hat", für Verwunderung. "Diese Regel müsste überdacht bzw. konkretisiert werden. Schmuck ist nicht gleich Schmuck", meinte der Ex-Austrianer. Tatsächlich hält sich die Verletzungsgefahr mit Freundschaftsbändern in Grenzen.

Salzburg-Trainer Kurt Jara wehrte sich dagegen, den Sieg seiner "Bullen" nur "an diesen Vorfällen festzumachen". Der Tiroler sprach von reiner Stimmungsmache der Austria vor dem Rückspiel am Sonntag in Wien. Vor dieser mit Spannung erwarteten Revanche fehlen den Salzburgern nur noch vier Punkte auf den Leader. "Für uns ist wichtig, dass wir den zweiten Platz jetzt einzementiert haben", betonte Jara. "Wir wollen vor allem die Teilnahme an der Champions-League-Qualifikation."

Austria-Fans prügelten sich auf Heimreise im Bus
Auf der Heimfahrt sind zwei Fans der Austria im Reisebus in Streit geraten. Die Auseinandersetzung artete in eine Prügelei aus und beide fielen während der Fahrt auf der Westautobahn (A1) im Gemeindegebiet von Hallwang (Flachgau) gegen die Frontscheibe des Busses. Einer der beiden wurde dabei dermaßen verletzt, dass er ins Krankenhaus eingeliefert werden musste. Laut Polizeiangaben mussten alle Fans anschließend in einen anderen Bus umsteigen.

Schon kurz nach dem Match kam es im Bereich des Gästesektors, dem davor befindlichen Sichtschutz und im Familiensektor zu heftigen Auseinandersetzungen, die zur Festnahme von insgesamt sechs Austria-Anhängern sowie zur Identitätsfeststellung von neun Wienern führte. Ein Polizist wurde von einem Wiener Fan tätlich angegriffen - dieser wird ebenfalls angezeigt werden. Insgesamt werden 16 Anzeigen wegen Ordnungsstörung erstattet.

(apa/red)