Gugl-Meeting in Linz: "Müder" Kubaner Robles hauchdünner Sieger im Hürdensprint

JWBZ über seltene 1.000 m durch Tschitschenko US-Triumphe über 100 m - Pröll kann überzeugen

Das 19. Intersport Gugl-EAA-Premium-Meeting in Linz ist mit starken Leistungen in den Hürdensprints, im Stabhochsprung und Weitsprung sowie einer Jahresweltbestzeit über 1.000 m der Frauen durch die Russin Julia Tschitschenko in 2:33,49 Minuten über die Bühne gegangen. Vor 14.700 Zuschauern sorgte Martin Pröll, der EM-Neunte über 3.000 m Hindernis, mit Rang sechs in der persönlichen Saisonbestleistung von 8:20,97 Minuten für die stärkste Vorstellung aus heimischer Sicht.

Im traditionell hochklassigen Stabhochsprung der Männer gab es für Deutschland einen Dreifacherfolg. Sieger Fabian Schulze egalisierte mit 5,81 m seine persönliche Bestleistung, Rang zwei ging an EM-Silbermedaillengewinner Tim Lobinger (5,81), Dritter wurde Lars Börgeling (5,76). Der vierfache Gugl-Sieger und Publikumsliebling Lobinger ließ die Höhe von 5,86 m aus, an der Schulze und Börgeling scheiterten. Der 33-jährige Kölner war bereits zumindest Zweiter und bat darum, die Latte auf 6,01 m, die Jahresweltbestleistung und deutschen Rekord bedeutet hätten, aufzulegen, scheiterte aber.

Im Weitsprung gewann in Irving Saladino aus Panama überlegen mit starken 8,43 m. Er blieb nur 13 Zentimeter unter der von ihm gehaltenen Jahresweltbestleistung und setzte seinen Erfolgsrun fort, heuer hat er erst bei einem Meeting eine Niederlage hinnehmen müssen.

"Müder" Kubaner gewinnt Hürden-Sprint
Eröffnet wurde das Meeting mit den Hürdensprints, die sich auf der neuen superschnellen blauen Bahn der Kubaner Dayron Robles und die Kanadierin Perdita Felicien holten. Robles siegte über 110 m in 13,13 Sekunden vor den US-Amerikanern Allen Johnson (13,19) und Terrence Trammell (13,20). "Ich bin erst am Tag des Zürich-Meetings aus Kuba nach Europa gekommen, dann dort und in Monaco (Sieg/Anm.) gelaufen und heute hier. Ich wollte schneller sein, aber bin jetzt einfach sehr müde", betonte der erst 19-Jährige, der beim Golden-League-Meeting in Zürich noch Johnson unterlegen war und sich trotz des Sieges unzufrieden zeigte. Olympiasieger Allen zollte Respekt: "Dayron ist momentan eindeutig der Beste."

Felicien, die die Kubanerin Anay Tejeda (12,72) und die US-Amerikanerin und Athen-Olympiasiegerin Joanna Hayes (12,76) in einem engen Rennen auf die Plätze verwies, war von sich selbst überrascht. "Meine Saisonbestleistung ist 12,64 - was kann ich mir mehr wünschen, als da nahe ranzukommen. Ich habe schon von Linz gehört und der schnellen Bahn, es hat Spaß gemacht", sagte die Ex-Weltmeisterin.

Jahresweltbestzeit für Tschitschenko
Für eine Jahresweltbestzeit sorgte bei kühlen Temperaturen 1.500-m-Vize-Europameisterin Tschitschenko über die selten gelaufenen 1.000 m, auch 2005 hatte es über diese Distanz eine JWBZ in Linz gegeben. "Es war mein erster Tausender heuer, ich mag diese Strecke eigentlich sehr gerne, und die Jahresweltbestzeit freut mich natürlich, aber mein Fokus liegt woanders", sagte die 26-Jährige.

Einen Doppelsieg für die USA gab es im 100-m-Sprint der Männer, Jason Smoots setzte sich in 10,16 Sekunden vor Leonard Scott (10,20) und dem Jamaikaner Dwight Thomas (10,26) durch. Die 200 m holte sich Chris Williams (JAM) in 20,59 Sekunden. Bei den Frauen gewann in einem schwach besetzten Feld die US-Amerikanerin Stephanie Durst (11,32 Sek.), die Österreicherin Bettina Müller-Weissina schaffte es als Dritte (11,71) auf das Podest.

Pröll zeigt für Österreich auf
Die beste ÖLV-Leistung markierte aber Pröll im Hindernisrennen mit persönlicher Saisonbestzeit: "Ich habe meine letzte Energie gegeben. Mit der Zeit bin ich zufrieden, obwohl ich schon unter 8:20 bleiben wollte. Ich mache jetzt Pause und plane eine volle Hallensaison", sagte der 25-Jährige. Der Sieg ging in 8:17,07 Minuten an den Kenianer Mike Kipyego.

Im Dreisprung feierte EM-Bronzemedaillengewinnerin Anna Piatich aus Russland mit 14,51 m einen Favoritensieg. Im stark besetzten Kugelstoßen musste sich Europameisterin Natalia Schoroneko aus Weißrussland mit 19,42 m der Neuseeländerin Valerie Vili (19,83 m) - Zweite der Jahresweltbestenliste - geschlagen geben. Athen-Olympiasiegerin Yumileidy Cumba aus Kuba wurde mit 18,92 m Dritte. Die 400 m Hürden gingen an James Carter aus den USA (49,37 Sek.), der Speerwurf an den Esten Risto Matas (77,51 m), das Kugelstoßen an den Weißrussen Andrei Michnewitsch (20,18 m).

(apa/red)