Günstige Auslosung beim Tennisturnier:
Österreicher erwarten machbare Aufgaben

Jürgen Melzer trifft auf den Brasilianer Daniel Marcos Sybille Bammer tritt gegen Spanierin Garrigues an

Günstige Auslosung beim Tennisturnier:
Österreicher erwarten machbare Aufgaben © Bild: APA/Eggenberger

Lösbare Erstrunden-Aufgaben für Österreichs Spieler hat die Auslosung für das am Sonntag beginnende olympische Tennisturnier in Peking ergeben. Jürgen Melzer trifft zum Auftakt auf den Brasilianer Daniel Marcos, Sybille Bammer auf die Spanierin Anabel Medina Garrigues und das Doppel Melzer/Julian Knowle auf das deutsche Silber-Duo von Athen, Nicolas Kiefer/Rainer Schüttler. Bammer und das Doppel finden schon am Sonntag statt, Melzer steigt erst am Montag ins Turnier ein.

Obwohl der in die untere, von Rafael Nadal angeführten Hälfte geloste Melzer gegen Marcos eine 0:2-Bilanz auf der ATP-Tour vorzuweisen hat und zuletzt bei den French Open in fünf Sätzen verloren hat, gilt der Österreicher auf dem Pekinger Hartplatz als leichter Favorit. Auch Runde zwei gegen den Schweizer Stanislas Wawrinka oder den Tschechen Radek Stepanek scheint lösbar. Um im 64er-Feld am Ende auch um eine Medaille kämpfen zu können, müsste der Niederösterreicher aber "vier unglaubliche" Matches gewinnen, wie es sein Betreuer Joakim Nyström formulierte.

Bammer bei Sieg gegen Garrigues
Bammer träfe bei einem Sieg über Garrigues, gegen die sie vor zwei Jahren im FedCup verloren und im Vorjahr in Hobart glatt gewonnen hat und daher eine 1:1-Bilanz hat, in Runde zwei auf die als 16 gesetzte Schweizerin Patty Schnyder. "Es hätte besser aber auch schlechter kommen können. Es wird gegen Garrigues eine offene Partie", sagte Bammers Coach Jürgen Waber.

Die Oberösterreicherin kam erst am Donnerstag und damit drei Tage vor ihrem ersten Olympia-Match in Peking an. Nachdem sie auch die jüngsten Krankheitsprobleme überwunden hat und laut Waber "aufsteigende Form" zeigt, fiel Bammer die Umstellung nicht leicht. "Es war ziemlich hektisch, weil wir fast direkt von Montreal nach China weitergeflogen sind", so Waber. Die prompt beim Vielfliegen entstandenen Rückenprobleme sollten laut Waber aber kein Problem darstellen.

Schmutzige Luft und Hitze nicht ideal
Eher schon die Augenentzündung und die Halsschmerzen, die Bammer zuletzt noch in Los Angeles gequält hatten. Denn die schmutzige Pekinger Luft und die Hitze sind keine idealen Voraussetzungen für die anfällige Ottensheimerin. "Wir müssen daher sehr vorsichtig sein", ist auch Waber bewusst.

Die zweite Olympia-Medaille für Österreich im Tennis zu erringen, wird eine schwere Aufgabe. 1912 in Stockholm hatte Arthur Zborzil zusammen mit dem Prager Felix Pipes Silber geholt. Ein ähnliches Ziel haben auch Melzer und Julian Knowle im olympischen Doppelbewerb. Ihnen war das Auslosungsglück allerdings nicht hold. Bereits in Runde zwei würden voraussichtlich die als Nummer eins gesetzten US-Brüder Bob und Mike Bryan warten.

Schüttler nach Klage nach Peking
Davor müssen die beiden Österreicher allerdings noch einen Auftritt erfolgreich absolvieren, der viel Unterhaltungswert verspricht. Geht es doch gleich in Runde eins gegen das deutsche Silber-Doppel von Athen, Nicolas Kiefer/Rainer Schüttler. Die beiden sind nur deshalb dabei, weil Schüttler sein Startrecht erfolgreich beim internationalen Sportgerichtshof (CAS) eingeklagt hatte.

Die Medaillen-Favoriten müssen sich in Runde eins nicht fürchten, auch wenn bei Olympia immer wieder Überraschungen passieren. Roger Federer startet gegen den Russen Dimitri Tursunow, Rafael Nadal gegen den Italiener Potito Starace und Novak Djokovic gegen Robby Ginepri (USA). Bei den Damen sollte die Serbin Ana Ivanovic im ersten Match nach der Niederlage gegen Tamira Paszek trotz ihrer Daumenprobleme gegen die Ukrainerin Marija Koryttsewa ebenso keine Probleme haben wie ihre Landsfrau und ab Montag neue Nummer eins, Jelena Jankovic, gegen Cara Black aus Simbabwe.
(apa/red)