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Guardiola singt
Lobeshymne auf Alaba

Wiener für den Bayern-Trainer ein "Geschenk" - Zukunft dennoch ungewiss

David Alaba © Bild: APA/Herbert Pfarrhofer

Bayern-Trainer Pep Guardiola kommt aus dem Schwärmen über seinen Allrounder David Alaba fast nicht mehr heraus. "Dass ich David in meinem Leben getroffen habe, ist ein Geschenk", sagte der Spanier nach Alabas fünfter Wahl zu Österreichs "Fußballer des Jahres". Dennoch ist der Verbleib des Wieners in München keineswegs garantiert.

"David hat diese großartige Auszeichnung verdient und ich freue mich sehr darüber", sagte Guardiola in einem Statement gegenüber der APA. "Er ist ein außergewöhnlicher Fußballer und mit ihm jeden Tag arbeiten zu können, ist eine Ehre für mich." Der Katalane betonte dabei nicht nur die sportliche, sondern auch die menschliche Komponente. "In unserem Geschäft spricht man so oft von Titeln und Erfolgen. Wenn ich über David spreche, dann denke ich an diesen großartigen Jungen", erklärte Guardiola. "Nicht nur als Trainer ist es eine große Freude, ihn in der Mannschaft zu haben. Auch als Mensch ist er eine Bereicherung in meinem Leben."

Doch nicht nur Guardiola, auch Karl-Heinz Rummenigge weiß, was die Münchner an ihrem Ausnahmekönner haben. "David ist ein außergewöhnlicher Fußballer. Er hat alles, was ein Weltklassespieler haben muss: großes Talent, Leidenschaft, den Ehrgeiz, immer noch besser werden zu wollen, und für sein Alter bereits unglaubliche Erfahrung", kommentierte der Bayern-Vorstandsvorsitzende die Wahl.

Der Clubchef verwies auch auf die Erfolge, die Alaba mit gerade einmal 23 Jahren bereits eingefahren hat. "Er hat mit dem FC Bayern alles gewonnen, was es zu gewinnen gibt", betonte Rummenigge. "Und für Österreich war er der Garant dafür, dass die Nationalmannschaft sich nach langer Zeit wieder mal sportlich für ein großes Turnier qualifiziert hat."

Ungewisse Zukunft

Dennoch ist Alabas Verbleib in München keineswegs gesichert. Österreichs Fußballer des Jahres gilt als teuerster Verteidiger der Welt - dabei will er gar kein Verteidiger sein. David Alaba wird von transfermarkt.at auf 45 Millionen Euro taxiert, womit der Bayern-Legionär Kapazunder wie seinen Clubkollegen Jerome Boateng, Sergio Ramos (Real Madrid) oder Gerard Pique (FC Barcelona) hinter sich lässt.

Alaba und Guardiola
© APA/dpa/Marc Müller Garanten für den Münchner Erfolg: Alaba und Guardiola

Von dieser Rangliste fühlt sich Alaba zwar geschmeichelt, sie ändert aber nichts daran, dass der Wiener seine längerfristige Zukunft bei den Bayern im Mittelfeld sieht. Im Nationalteam ist er unter Marcel Koller in der Zentrale gesetzt - kein Wunder also, dass sich auch der Teamchef einen Positionswechsel seines Star-Spielers beim FC Bayern wünscht. "Für uns ist das sicher ein Nachteil, wenn er in München Außen-oder Innenverteidiger spielt. Er muss sich dann immer ein bisschen umstellen, wenn er zu uns kommt und gleich wieder die prägende Figur in der Zentrale sein soll", sagte Koller kürzlich in einem Interview mit der "Süddeutschen Zeitung".

Dieser Wunsch wurde von Josep Guardiola bisher noch nicht erhört. Der Bayern-Coach hält große Stücke auf Alaba und bezeichnete ihn dieses Jahr sogar als "unseren Gott". Allerdings ist er der Ansicht, dass die Stärken des Österreichers derzeit am besten zum Tragen kommen, wenn er in der Münchner Grundformation als linker oder zentraler Abwehrspieler aufgeboten wird.

Offensive Interpretation

Im Gegensatz zu etatmäßigen Verteidigern interpretiert Alaba diese Rollen anders, rückt oft ins Mittelfeld auf und gestaltet dadurch das Bayern-Spiel facettenreicher. Auf deutschen Fußball-Fachportalen wird er deshalb schon als "Hybridverteidiger" beschrieben, der die Bayern mit seinen Balleroberungen in der gegnerischen Hälfte, seinen Qualitäten in der Spieleröffnung und seiner Torgefahr noch unberechenbarer macht. "Das liegt daran, dass ich gelernter Mittelfeldspieler bin, dadurch agiere ich in Ballbesitz als Mittelfeldspieler, auch wenn ich als Verteidiger aufgestellt bin", sagte Alaba.

Diese Fähigkeiten machen den 42-fachen ÖFB-Teamspieler (11 Tore) für andere ausländische Spitzenclubs interessant. Mit schöner Regelmäßigkeit tauchen Berichte über das Interesse von Real Madrid auf, auch die finanzstarken englischen Top-Vereine sollen ein Auge auf Alaba geworfen haben. Daher sind die Bayern bemüht, den Wiener auch über dessen Vertragsende 2018 hinaus an den Club zu binden - was offensichtlich kein leichtes Unterfangen ist. Laut "Sport Bild" will er nur dann verlängern, wenn ihm ein Platz im Mittelfeld zugestanden wird.

Im APA-Interview gab sich Alaba in dieser Angelegenheit zugeknöpft. "Ich habe Vertrag bis 2018, das ist noch eine lange Zeit. Ich versuche, mich auf die kommenden Aufgaben und mein Comeback zu konzentrieren", betonte Österreichs fünffacher Fußballer und zweifacher Sportler des Jahres, der wegen einer Sprunggelenksverletzung erst im kommenden Jahr wieder im Einsatz ist.

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