Gruppe F: Brasilien und Kroatien - Der Titelverteidiger und die große Unbekannte

Riesendruck: Samba-Stars müssen den "Hexa" holen Japan und Australien im Aufstiegskampf chancenlos

In Gruppe F sind Titelverteidiger und Rekordweltmeister Brasilien sowie Kroatien gewissermaßen zum Achtelfinal-Aufstieg "verurteilt". Fordern die Fans der Südamerikaner gar den sechsten Titel, so erwarten die Anhänger Kroatiens angesichts der beiden anderen Vorrunden-Konkurrenten - Japan und Australien - zumindest den Einzug unter die letzten 16 Teams.

Brasilien weiß um seine Favoritenrolle und hat deshalb als einziges WM-Team sogar schon sein Achtelfinalquartier - das Schlusshotel Lebrach in Bergisch Gladbach - fix gebucht. Und da Dortmund als Spielort für die erste K.o.-Runde von der Heimatstadt des deutschen Supermodels Heidi Klum aus viel schneller und besser zu erreichen ist als Kaiserslautern, ist das Team von Erfolgscoach Carlos Alberto Parreira felsenfest vom Gruppensieg überzeugt.

Die Kroaten wollen bei der dritten Endrunden-Teilnahme die Schmach von 2002 vergessen machen. Nach Niederlagen gegen Mexiko und Ecuador kam in Japan trotz des Sieges über den dreifachen Weltmeister Italien schon in der Vorrunde das Aus. Unter der Trainerregie von Rapid-Legende Zlatko Kranjcar wurde der WM-Dritte von 1998 im Vorjahr ohne Niederlage vor den punktgleichen Schweden, die zweimal 1:0 geschlagen wurden, Sieger der Qualifikationsgruppe 8. Und zuletzt gewann Kroatien in Basel ein Freundschaftsspiel gegen WM-Mitfavorit Argentinien 3:2. Doch Brasilien weiß nach dem 1:1 am 18. August 2005 in Split ohnehin um die Gefährlichkeit der "Legionärstruppe".

Die Außenseiter Japan und Australien können also gegen die Supertechniker aus Südamerika und Europa nur positiv überraschen. Die Asiaten, zum dritten Mal en suite bei einer Endrunde dabei, haben als größten Erfolg die Achtelfinal-Teilnahme bei der Heim-WM vor vier Jahren zu Buche stehen, während Australien nach dem Gruppen-Aus 1974 (Niederlagen gegen die DDR, Gastgeber Deutschland sowie ein torloses Remis gegen Chile) erst zum zweiten Mal das WM-Ticket gelöst hat.

Allerdings haben die Kicker von "down under" ebenso wie die Japaner, die vom Brasilianer Zico betreut werden, einen prominenten Trainer, der sowohl den Brasilianern als auch den Kroaten Respekt einflößt: Der Niederländer Guus Hiddink führte Gastgeber Südkorea 2002 bis ins Halbfinale und sorgte damit für eine der größte Sensationen der WM-Geschichte.

(apa/red)