Gruppe D: Mexiko und Portugal um Platz 1
und gegen die Angst vor der Überraschung

Iran und Angola agieren als gefährliche Außenseiter Underdogs haben das Potenzial für eine Sensation

Die Ausgangslage in Gruppe D scheint auf den ersten Blick glasklar: Der 13fache WM-Teilnehmer und zweifache Viertelfinalist Mexiko (1970 und 1986 jeweils als Gastgeber) sowie Vize-Europameister Portugal sollten den Pool-Sieg unter sich ausmachen und ins Achtelfinale einziehen. Doch mit Iran und Angola lauern zwei gefährliche Außenseiter, die sich auch den Vorstoß unter die letzten 16 vorgenommen haben.

Das vom Argentinier Ricardo La Volpe trainierte mexikanische Team, zuletzt drei Mal in Serie im WM-Achtelfinale, wartet mit einer gelungenen Mischung aus erfahrenen Spielern sowie Nachwuchstalenten auf und kann jeden Gegner fordern, wie der 1:0-Triumph über Weltmeister Brasilien im Vorjahr in der Gruppenphase des Confederations Cups in Deutschland bewiesen hat. Doch auch die Negativschlagzeilen bei der WM-Generalprobe gehörten den Mittelamerikanern: Die beiden Verteidiger Aaron Galindo und Salvador Carmona wurden wegen Dopings für ein Jahr gesperrt.

Portugal will in Deutschland unter der Führung von Trainergenie Felipe Scolari, der mit seinem Heimatland Brasilien 2002 in Südkorea und Japan den WM-Titel eroberte, an den Erfolg bei der Heim-EM anschließen. Die Portugiesen nehmen erst zum vierten Mal an einer Endrunde teil. Nach der glanzvollen Premiere 1966 in England, die gleich Platz drei brachte, kam aber sowohl 1986 als auch 2002 (u.a. 0:1 gegen Südkorea) schon in der Gruppenphase das Aus.

Für die Iraner, die vom Kroaten Branko Ivankovic betreut werden, ist es nach 1978 und 1998 der dritte WM-Auftritt. Das Achtelfinale hat der dreifache Asien-Meister zwar beide Male verpasst, aber stets bewiesen, dass er für Überraschungen gut ist. Vor 28 Jahren in Argentinien trotzten die damals noch vom Schah-Regime geförderten Iraner den Schotten ein 1:1 ab, vor acht Jahren in Frankreich wurde das Team der USA, die der Erzfeind Nummer eins der seit 1979 bestehenden islamischen Regierung sind, 2:1 geschlagen.

Debütant Angola ist dagegen ein unbeschriebenes Blatt, hat aber als Sieger der Afrika-Gruppe 4 immerhin den zweifachen WM-Achtelfinalisten und Afrika-Meister Nigeria (1:1 auswärts, 1:0 zu Hause) hinter sich gelassen. Besonders motiviert werden die "Schwarzen Antilopen" wohl gegen ihre ehemalige Kolonialmacht Portugal ans Werk gehen. Ihr Coach Luis de Oliveira Goncalves, der den angolanischen Fußball zum Erfolg geführt hat, ist Portugiese, zudem verfügt Kapitän Akwa über wertvolle Erfahrungen aus seiner Benfica-Zeit.

(apa/red)