Gruner + Jahr treibt sein Wachstum voran: Zeitschriften-Riese will Vorsprung ausbauen

Umsatz 2006 um 9,1 % auf 2,86 Mrd. € angewachsen Nach Expansion mittlerweile schon in 24 Ländern tätig

Gruner + Jahr treibt sein Wachstum voran: Zeitschriften-Riese will Vorsprung ausbauen

Europas größter Zeitschriftenverlag Gruner + Jahr (G+J) treibt sein Wachstum voran. 2006 stiegen die Erlöse um 9,1 Prozent auf 2,86 Mrd. Euro. Den Schub brachten neue Zeitschriften sowie die Motorpresse Stuttgart und das Tiefdruckunternehmen Prinovis, die beide erstmals voll in die Bilanz einflossen.

Das operative Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) legte mit einem Plus von 10,6 Prozent auf rund 277 Mio. Euro noch stärker zu. Der Verlag sei unverändert auf Wachstumskurs und werde seine Marken wie "Stern", "Geo" und "Brigitte" zu einem multimedialen Angebot ausbauen, berichtete Vorstandschef Bernd Kundrun.

2006 brachte G+J elf neue Titel auf den Markt und setzte seine Expansion in Zukunftsmärkte fort. In China stieg der Verlag mit seinem neuen Partner Ray Li zum zweitgrößten Magazinverlag auf. G+J investierte zudem in Südosteuropa und in Mexiko, so dass der Verlag mittlerweile in 24 Ländern aktiv ist. Das Auslandsgeschäft trägt zu 54 Prozent zu den Gesamterlösen bei.

Zu den Perspektiven auf dem deutschen Markt äußerte sich Kundrun verhalten. "Wir befinden uns in unverändert schwierigen Märkten." Die Auflagen stünden weiter unter Druck. Auch die Anzeigenbuchungen seien zu Jahresbeginn verhalten angelaufen, erst seit März sei eine Aufwärtsentwicklung zu beobachten.

Multimediale Weiterentwicklung wird angekurbelt
Mit der multimedialen Weiterentwicklung seiner Marken will sich G+J für die Zukunft wappnen. "Das ist die Herausforderung der Zeit", sagte Kundrun. Im Internet gebe es immer mehr Angebote, denen es gelänge - beispielsweise mit Rezeptbörsen und Beratungsangeboten - die Nutzer an sich zu binden. "Das ist ein Angriff auf die Relevanz unserer Marken", sagte Kundrun. "Unsere Aufgabe ist es, nicht allein Magazine zu verkaufen, sondern das Leben der Menschen rund um unsere angestammten Themengebiete mit Informationen, Unterhaltung und Beratung zu bereichern."

Den Markenausbau begründete Kundrun auch mit der Verteilung der Werbegelder in der Zukunft. Nur wer den besten multimedialen Kontakt zur Zielgruppe habe, werde auch künftig bedacht werden. Bis sich die Investitionen in das multimediale Geschäft auszahlen, werden nach Einschätzung des G+J-Vorstandschefs drei bis vier Jahre vergehen.

(apa/red)