Grummeliger Professor: Alexander Van der Bellen will nicht an den dritten Platz glauben

Mit dem Wahlkampf zeigt sich Grünen-Chef zufrieden Gedränge bei viertem Urnengang als Spitzenkandidat

Grummeliger Professor: Alexander Van der Bellen will nicht an den dritten Platz glauben © Bild: er: APA/Schlager

Unter dem gewohnten Medienrummel hat Grünen-Chef Alexander Van der Bellen seine Stimme abgegeben. Auf den von anderen Parteichefs bei dieser Gelegenheit bewusst zur Schau gestellten Optimismus verzichtete Van der Bellen bei seinem mittlerweile vierten Antreten als Spitzenkandidat: Er rechnet zwar mit Stimmengewinnen für die Grünen, geht aber nicht mehr davon aus, dass sie Platz 3 verteidigen können. Besorgt zeigte sich Van der Bellen über die absehbaren Zugewinne für FPÖ und BZÖ.

"Ich finde, wir haben einen guten Wahlkampf gemacht", er selbst sei "gut in Form" gewesen, sagte Van der Bellen bei der Stimmabgabe in einer Schule im 18. Wiener Gemeindebezirk, jedoch: "Zufrieden bin ich sowieso nie, aber Zugewinne für die Grünen würden zumindest für ein Gegengewicht für Herrn Strache sorgen." Dass die Grünen ihren vor zwei Jahren errungenen Platz 3 in der Wählergunst gegen die wiedererstarkte FPÖ verteidigen können, erwartet der Parteichef freilich nicht mehr: "Das ist unwahrscheinlich, das sage ich offen." Auch am Erreichen des Grünen Wahlziels von 15 Prozent zweifelt der Parteichef: "Wahrscheinlich nicht, aber das war immer ein Chiffre für Zulegen."

Besorgt zeigte sich Van der Bellen über das zu erwartende starke Abschneiden von FPÖ und BZÖ. Daher hofft er auf Zugewinne für seine Partei, um ein "Gegengewicht zu Herrn Strache" bilden zu können.

An den Medienandrang bei seiner Stimmabgabe hat sich Van der Bellen nach eigenen Worten mittlerweile gewöhnt, ganz verstehen kann er das Fotografeninteresse am Stimmzettel-Einwerfen der Spitzenkandidaten aber immer noch nicht: "Ich find's jedes Mal von neuem albern." (apa/red)