Grünen-Chef Van der Bellen kritisch: Phase der parteilichen "Selbstreflexion" ist nötig

Unzufrieden mit "parteiinternem Diskussionsstil" Kritische Tönen vs. EU-Abgeordneten Voggenhuber

Grünen-Chef Alexander Van der Bellen hält für seine Partei eine "Phase der kritischen Selbstreflexion" für nötig. "So einfach ist es aber nicht, täglich interessant zu sein", meint er zu der parteiinternen Debatte über die politische Performance. Den Kritikern - namentlich erwähnt er EU-Abg. Johannes Voggenhuber - antwortet Van der Bellen im "Standard"-Interview aber auch mit Kritik an ihrem Diskussionsstil.

"Es gibt eine Unkultur, sachliche Kritik mit persönlicher Kränkung zu verbinden", meint er - und erinnert "manche Grüne" an den "Unterschied zwischen Unterstellung und Gesprächskultur". Wenn Voggenhuber etwa die Führungsspitze als "Hofstaat" bezeichne und damit deren Mitglied als Hofschranzen, sei das eine "bewusste Kränkung - oder Ausdruck völliger Ahnungslosigkeit".

Und er, Van der Bellen, "brauche keinen Voggenhuber, um zu erkennen, dass mir in diesem Jahr auch manchmal unbehaglich geworden ist". Deshalb habe er bei der Klubsitzung auch eine Diskussion darüber eingeleitet, woran das liegt. "Wenn Voggenhuber das nicht mitkriegt, soll er hin und wieder zu einer Sitzung kommen", merkt der Grünen-Chef an.

(apa)