Grüne als Wirtschaftspartei: Partei unter- stützt Ein-Personen-Unternehmen

Steuererleichterungen & bessere soziale Absicherung

Die Grünen wollen die rund 220.000 Ein-Personen-Unternehmen in Österreich unterstützen. Dieser "wichtige Wirtschaftsbereich" werde von der Regierung ignoriert und sei auch bei den jüngsten Steuersenkungen großteils nicht beachtet worden, sagte Klubobmann und Bundessprecher der Grünen Alexander Van der Bellen bei einer Pressekonferenz. Mit dem Internet-Portal "www.microstars.at" will die Grüne Wirtschaft Mikrobetrieben beim Ressourcenaustausch helfen.

Die Grünen wollen die Lage der Ein-Personen-Unternehmen (EPU), der Neuen Selbstständigen und der Mikrobetriebe zu einem wirtschaftspolitischen Schwerpunkt der kommenden Legislaturperiode machen und in allfällige Koalitionsgespräche einbringen, betonte Van der Bellen. 80 Prozent der Unternehmensneugründungen in Österreich seien bereits Ein-Personen-Unternehmen.

Die Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ) habe 170.000 Ein-Personen-Unternehmen als Mitglieder, inklusive der Nicht-Mitglieder gebe es in Österreich geschätzte 220.000 Ein-Personen-Unternehmen, so der Grüne Klubobmann. Insgesamt gebe es in Österreich 300.000 Einnahmen-Ausgaben-Rechner. WKÖ-Präsident Christoph Leitl bezeichne das Gründerservice der WKÖ immer wieder als Geburtenstation und betreibe dann aber "Kindesweglegung". Auch die Senkung der Körperschaftssteuer (KöSt) und die Begünstigung nicht entnommener Gewinne der Regierung habe den EPUs nichts gebracht.

Für die EPUs wünschen sich die Grünen die Einführung einer steuerbegünstigten Rücklage in Gestalt eines "Steuersparbuchs", mit dem in guten Jahren ein Notgroschen für schlechtere Jahre angelegt werden kann. Außerdem sollte die bei EPUs stark schwankende Bemessungsgrundlage für Steuern und Sozialversicherungen durch eine dreijährige Durchschnittsbesteuerung - wie es sie bereits für Künstler und Schriftsteller gibt - geglättet werden, fordert der Bundessprecher der Grünen Wirtschaft, Volker Plass. Auch der Freibetrag für lohnabhängige Abgaben sollte verdoppelt werden. Handlungsbedarf gebe es auch bei der Krankenzusatzversicherung und Arbeitslosenversicherung für Mikrounternehmen.

Auf dem virtuellen Marktplatz "www.microstars.at" können Mikrounternehmen kostenlos ihre Kompetenzen und Angebote präsentieren und mit potenziellen Auftraggebern Kontakte knüpfen. Dadurch soll der Ressourcenaustausch und die Akquise erleichtert werden.
(apa/red)