Grüne begehen "Tag der Arbeitslosen" : Hohe Zahlen nicht mit "Achselzucken" abtun

Öllinger fordert Grundeinkommen von 800 Euro Kritik: "Viele nur für bessere Statistik in Schulungen"

Der Grüne Sozialsprecher ist erschüttert, dass die Regierung die steigende Arbeitslosigkeit lediglich mit einem "Achselzucken" zur Kenntnis nehme. Notwendig wäre eine aktive Arbeitsmarktpolitik. Statt dessen würden für bessere Statistiken zahlreiche Arbeitslose in oft "sinnlose Schulungen" geschickt. Dieses Geld könnten Gemeinden oder gemeinnützige Organisationen für zusätzliche Jobs einsetzen, schlägt Öllinger anlässlich des traditionell von den Grünen einen Tag vor dem 1. Mai begangenen "Tags der Arbeitslosigkeit" vor.

Die Veranstaltung der Grünen am heutigen 30. April in Wien ist nicht nur jenen gewidmet, die ohne Job sind, sondern auch Personen, die sich in einem "atypischen Beschäftigungsverhältnis" befinden. In Österreich seien rund eine Million Menschen von unsicheren Dienstverhältnissen betroffen. Als solche gelten demnach Teilzeitarbeit, befristete Jobs, freie Dienstnehmer oder Praktika. "Immer weniger befinden sich in klassischen Beschäftigungsverhältnissen", kritisieren die Grünen.

Gefordert wird von der Umweltpartei neben einem Grundeinkommen von 800 Euro die Einbeziehung freier Dienstnehmer in die Arbeitslosenversicherung aus. Auch Krankengeld solle es für diese Gruppe geben. Weiters wird verlangt, den Begriff Praktikum in Zukunft genauer zu definieren. Öllinger hatte zuletzt darauf verwiesen, dass "das soziale Netz zusehends brüchiger geworden" sei. Eine Grundsicherung sei "machbar und finanzierbar".

Der Tag der Arbeitslosen sei auch dazu gedacht, das Konzept der Grundsicherung auf die Tagesordnung zu setzen, betonte der Sozialsprecher der Grünen im Parlament, Karl Öllinger, "denn das soziale Netz ist zusehends brüchiger geworden." Eine derartige Grundsicherung sei "machbar und finanzierbar", zeigte er sich überzeugt. (apa/red)